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Phtalate, Bisphenol A und andere unaussprechliche Substanzen

Eingriff in den Hormonhaushalt

Sie haben Namen wie Di-2-butoxyethylphtalat (DBEP), Dibutylphtalat (DBP) oder Benzylbutylphtalat (BBP) und unzählige weitere. Sie stecken in Plastik aller Art und fast jedem sind sie schon einmal unter ihrem umgangssprachlichen Namen „Weichmacher“ begegnet. Weichmacher stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinflussen oder selbst hormonell aktiv zu sein, wie Bisphenol A (BPA), und darüber hinaus zu Verhaltensstörungen, Unfruchtbarkeit und Leberschäden zu führen.

Bei Plastikprodukten für Tiere besteht keine Kennzeichnungspflicht

Aber muss man auch beim Pferd darauf achten, dass in Futterschüsseln, Wassereimern und Trögen keine gesundheitsschädlichen Weichmacher oder Phtalate enthalten sind? Schließlich sind sie doch Tränken und Futterschüsseln genau für diesen Verwendungszweck gemacht.

Hier erst einmal die schlechte Nachricht: Bei Plastik-Produkten für Tiere ist der Hersteller nicht verpflichtet anzugeben, ob die Produkte lebensmittelecht sind oder nicht. Wenn irgendwo angegeben ist, dass das Produkt lebendmittelecht ist oder ein Logo mit einer Gabel und einem Messer darauf zu finden ist, ist man auf der sicheren Seite und das Pferd kann daraus seine Heucobs fressen oder sein Wasser trinken.

Starker Geruch = gesundheitsschädliche Substanzen

Bei starkem Geruch kann man davon ausgehen, dass gesundheitsschädliche Substanzen enthalten sind.

Findet sich keine Angabe oder Logo auf dem Produkt, kann man daran riechen. Wenn es einen starken Eigengeruch hat, kann man davon ausgehen, dass es nicht gesund ist, das Pferd hieraus fressen zu lassen oder zu tränken. Mal abgesehen davon, dass das Pferd davon sicher auch nicht begeistert ist, da die Pferdenase noch viel feiner ist als unsere. Gerade die günstigen Mörtelkübel aus dem Baumarkt waren lange Zeit sehr beliebt als Tränkebottich, mittlerweile hat sich jedoch herumgesprochen, dass sie – aufgrund der Weichmacher – nicht für diesen Zweck nicht geeignet sind.

Pferd trinkt aus schwarzem Plastiktrog, der Weichmacher enthält
Weichmacher stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinflussen oder selbst hormonell aktiv zu sein.
© Adobe Stock/Milan

Weichmacher machen sprödes Plastik biegsam

Der nächste Punkt, an dem man erkennen kann, ob Weichmacher enthalten sind, ist das Plastik an sich. Ist es weich und biegsam, ist in der Regel auch ein Weichmacher enthalten. Behält es seine Form und lässt sich nicht biegen, ist die Chance groß, dass keine gesundheitsschädlichen Dinge enthalten sind. Bei Kunststoffen wie Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) ist man auf der sicheren Seite, diese enthalten keine Weichmacher.

Nicht nur im – sondern auch am Pferd ein Problem

Man sollte aber nicht nur bei Futterschüsseln und Tränkeimern auf Weichmacher achten. Sie können nämlich auch über die Haut aufgenommen werden. Also alles was ans Pferd kommt, sollte genauso geprüft werden. Mittlerweile werben auch schon Bürstenhersteller damit, dass ihre Bürsten oder Striegel keine Weichmacher enthalten, denn nicht nur das Pferd nimmt über die Haut die Weichmacher auf, sondern selbstverständlich auch derjenige, der es mit entsprechenden Striegeln putzt.

Fazit: Vermeiden wann immer es möglich ist

Nun fällt man natürlich nicht gleich tot um, nur weil man mal kurz den Striegel für fünf Minuten in der Hand hat bzw. das Pferd für diese fünf Minuten damit in Berührung kommt, aber man sollte sich immer bewusst sein, dass gesundheitsschädliche Substanzen enthalten sind, nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“. Mittlerweile sind Weichmacher in so vielen Alltagsgegenständen enthalten und wurden darüber hinaus auch schon in Trinkwasser und Böden nachgewiesen, so dass zwangsläufig eine Berührung damit gar nicht mehr vermieden werden kann. Gerade deshalb sollte man sich jeden weiteren Kontakt damit ersparen und vor allem Tränkeimer und Futterschüsseln verwenden, die keine Weichmacher enthalten.