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Kräutertipp: Heidelbeere

Kräutertipp: Heidelbeere
© Adobe Stock / Pasko Maksim

Kräutersteckbrief

Deutscher NameHeidelbeere, Blaubeere
Lateinischer NameVaccinium myrtillus
Traditionelle AnwendungDie Pflanze hilft bei Kreislaufbeschwerden und verbessert das Nachtsehen. Die Früchte können die Gewebsheilung unterstützen. Bei Harnwegsinfektionen und Blasenentzündungen werden die Blätter eingesetzt. Volksmedizinisch wird die Pflanze als Unterstützung bei Diabetes empfohlen.
Sie wirkt stärkend auf das Immunsystem und unterstützt den Körper bei der Abwehr von Bakterien, Viren und Pilzen. Außerdem wird ihr eine blutstillende, blutzuckersenkende und antiseptische Wirkung nachgesagt. Wird eingesetzt gegen Durchfall, bei Gürtelrose; die Blätter bei Diabetes Typ II, Akne und Gesichtsrose (Tee)
Wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung(en)Gerbstoffe, Flavonoide, Iridoide, hoher Gehalt an Mangan und Chrom. Die Blätter und Beeren werden schulmedizinisch aufgrund des hohen Gerbstoffanteils und der leicht antibakteriellen Wirkung bei Durchfallerkrankungen eingesetzt. Durch die Ballaststoffe unterstützt die Heidelbeere die Verdauung und fördert den Abtransport von Schlackenstoffen. Die Farbe der Heidelbeere deutet auf einen hohen Gehalt an Anthocyanen (gesundheitsfördernde Pflanzenfarbstoffe) hin, die als Antioxidantien und als Radikalenfänger wirken.
→ entzündungshemmend, blutdrucksenkend, antimikrobiell, krebshemmend;
→ Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, oxidativem Stress;
→ verbessern die neuronalen und kognitiven Gehirnfunktionen und die Augengesundheit.
Pflanze enthält Quercetin
→ zytotoxisch, antioxidativ, apoptotisch
→ proliferationshemmend
KontraindikationenIn größeren Mengen sind die Blätter für den Menschen giftig.
Wann wird sie gesammelt?Blüten: Mai Beeren: Juli bis August Blätter: September
Welche Pflanzenteile werden verwendet?Blüten, Beeren, Blätter
Wie wird sie zubereitet?Tee, frisch, getrocknet
TriviaBevorzugt bodensaure Standorte und ist überwiegend im Nadelwald, aber auch im Laubwald und auf halbschattigen Plätzen zu finden.

Sanoanimal Kräutertipp:

Heidelbeere oder doch eher Blaubeere? Je nach Region werden hier verschiedene Begriffe verwendet und doch meinen alle die beliebte blaue Beere. Sie haben ein ähnliches Aussehen und sind nahe Verwandte, doch ist die echte Heidelbeere in den Vereinigten Staaten heimisch. Die Pflanze ist wenig anpassungsfähig an die Umwelt, sodass ihr Anbau schwierig ist. Sogar die ernährungsphysiologische und chemische Zusammensetzung kann durch die Witterungsbedingungen beeinflusst werden.

Heidelbeeren aus nördlicheren Breitengraden weisen z.B. einen höheren Phenolgehalt als solche aus südlichen Breitengraden auf. Die Früchte, also die Beeren, werden bei uns Menschen als Nahrungsmittel verzehrt, während der Rest der oberirdischen Pflanze als Arzneimittel verwendet wird. Heidelbeeren weisen einen hohen Vitamin-C-Gehalt auf, der für unsere Pferde allerdings außer Acht gelassen werden kann, da sie Vitamin C selbst aus Zucker produzieren können. Die dunkelblaue Färbung, welche bei den heimischen Heidelbeeren deutlich ausgeprägter ist als bei den Kulturheidelbeeren aus dem Supermarkt, ist auf die enthaltenen Anthocyane zurückzuführen, welche Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen und beim Menschen zu besserem Nachtsehen und Gedächtnisleistung führen können. Die positiven Wirkungen der Anthocyane bauen sich allerdings bei der industriellen Verarbeitung sehr leicht ab, sodass sich eine Verarbeitung auch auf die ernährungsphysiologischen bzw. pharmazeutischen Eigenschaften auswirken und diese beeinträchtigen kann.


Die Beere eignet sich zur Unterstützung des Darms, da der hohe Pektingehalt die Verdauung anregt und sich hierauf auch die enthaltenen Gerbstoffe positiv auswirken.

f© Adobe Stock / TwilightArtPictures


Das Thema Insulinresistenz ist vielen Pferdebesitzern schon einmal über den Weg gelaufen – ob beim Oldie oder beim Pummelpony. Doch auch durch eine Fütterung von (vor allem organischen) Selen kann eine Insulinresistenz, eine sogenannte Selen-induzierte Insulinresistenz, hervorgerufen werden. Selen kann Chrom aus der Enzymkette beim Insulin verdrängen, wirkt hier jedoch nicht als Co-Faktor, sodass eine Insulinresistenz entstehen kann. Das Insulin dockt zwar an, das Signal kommt allerdings nicht beim Zuckertransporter an, da Selen die Reaktionskaskade unterbricht. Die Muskelzelle wird somit insulinresistent, reagiert also nicht auf Insulin, und der Blutzuckerspiegel bleibt erhöht. Hierbei kann die Heidelbeere bzw. ihre Blätter Abhilfe schaffen, da sie einen hohen Chromgehalt aufweisen, wodurch der Zuckerstoffwechsel wieder reguliert werden kann.

Die Heidelbeere ist also nicht nur bei uns Menschen ein beliebtes Obst, sondern kann auch bei unseren Pferden wunderbar in der Therapie eingesetzt werden.

Quellen:

  • Abebe W. Herbal medication (2002): potential for adverse interactions with analgesic drugs. J Clin Pharm Ther.
  • Fleischhauer, S. G. et al. (2011): Essbare Wildpflanzen – 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag. Baden und München.
  • Fritz, Dr. C., Maleh, S. (2020): Zivilisationskrankheiten des Pferdes – ganzheitliche Behandlung chronischer Krankheiten. Thieme Verlag, Stuttgart. 2. aktualisierte Auflage.
  • Lamprecht, S. (2020): Die Heilkraft der Natur – Tolles Wissen über die natürlichen Heilmethoden und Omas Hausmittel. garant Verlag GmbH.
  • Nicklaus, A. (2017): wild kitchen – wild. regional. saisonal. Diplomarbeit. Vitalakademie. Gmünd.
  • Peper, K.-H. (2015): Lexikon der Ostfriesischen Natur- und Volksheilkunde -Gesammeltes Wissen von 1560 bis heute. Isensee Verlag. Oldenburg.
  • Pires TCSP, Caleja C, Santos-Buelga C, Barros L, Ferreira ICFR (2020): Vaccinium myrtillus L. Fruits as a Novel Source of Phenolic Compounds with Health Benefits and Industrial Applications – A Review. Curr Pharm Des.
  • Smeriglio A, Monteleone D, Trombetta D. Health effects of Vaccinium myrtillus L. (2014): evaluation of efficacy and technological strategies for preservation of active ingredients. Mini Rev Med Chem.

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