Welche Mineralien braucht mein Pferd im Herbstfellwechsel?

Welche Mineralien braucht mein Pferd im Herbstfellwechsel?

Während der Weidesaison machen sich die meisten Pferdehalter nicht allzuviele Gedanken über die Fütterung ihres Lieblings. Das Pferd steht auf der Weide, hat eigentlich alles, was es braucht, die Welt ist in Ordnung. Aber spätestens mit dem Herbstfellwechsel und der Umstellung von den abgenagten Weideflächen wieder auf Paddock und Heu, machen sich die meisten Gedanken, ob das Pferd jetzt noch mit allem versorgt ist, was es braucht.

Jeder Fellwechsel ist eine erhebliche Belastung für die Entgiftungssysteme, also Leber und Nieren. Der gesamte Eiweißstoffwechsel wird sozusagen einmal auf den Kopf gestellt. Dabei fallen erhebliche Mengen an körpereigenen Abfallstoffen an, die über die Entgiftungssysteme entsorgt werden müssen. 

Für die Bildung des neuen Haars werden dem Organismus darüber hinaus Mineralstoffe entzogen. Vor allem Schwefel wird für die Bildung von Keratin benötigt, um dem Haar die nötige Stabilität zu geben, aber auch Zink wird in dieser Zeit in erhöhtem Maß verbraucht. Neben einem normalen und ausgewogenen Mineralfutter (z.B. das Mineral Pur G von Okapi) sollte man daher im Fellwechsel immer diese beiden Mineralstoffe besonders im Auge behalten. Zink kann man im Blutbild nachweisen, es gehört zum Spurenelementeprofil. Ist es gut im Normalbereich, dann ist die Versorgung über das Mineralfutter auch in belastenden Zeiten völlig ausreichend. Ist es jedoch am unteren Grenzwert oder schon darunter, dann sollte man in dieser Zeit Zink zusätzlich zu dem im Mineralfutter enthaltenen geben. Um bei einem nachgewiesenen Zinkmangel die Speicher möglichst schnell und effektiv aufzufüllen ist es angezeigt, das als Zinkchelat zu geben, also in organischer Form (z.B. das Zinkchelat Plus von Okapi). Organische Mineralstoffe „tricksen“ den natürlichen Mineralaufnahme-Mechanismus in der Darmwand aus und werden daher schneller und in größerem Maß aufgenommen als anorganische Mineralstoffe, wie sie im normalen Mineralfutter sinnvollerweise verwendet werden. 

Schwefelmangel ist im Gegensatz zu Zink nicht im Blutbild nachweisbar. Ihn erkennt man eher symptomatisch, denn Schwefel wird überall benötigt, wo Hornstrukturen aufgebaut werden: Haut, Haar, Hufe. Pferde mit latentem Schwefelmangel haben häufig mit schlechter Hufhornqualität oder mangelndem Hufwachstum zu tun, haben Hautprobleme (Ekzeme, Mauke…) oder das Langhaar – also Mähne und Schweif – dünnen immer mehr aus. Entsprechend haben sie auch oft Schwierigkeiten, ein ordentliches Winterfell zu bilden bzw. im Frühling aus dem dicken Plüsch wieder rauszukommen. Auch viele Pferde mit chronischen Atemwegsproblemen („Heustauballergiker“) haben unter der Symptomatik eigentlich einen nicht diagnostizierten Schwefelmangel. Schwefel nehmen Pferde natürlicherweise vor allem über den Gehalt an schwefelhaltigen Aminosäuren in ihrem Futter auf, jedoch sorgt ein Übermaß an Aminosäuren oder Eiweiß im Futter schnell auch für eine Belastung der Nieren. Daher kann man hier ausweichen und Schwefel in organischer Form als MSM (Methylsulfonylmethan) geben. 

Bei nachgewiesenem Zinkmangel liegt sehr häufig auch ein unerkannter Schwefelmangel vor, daher werden beide Mineralstoffe häufig parallel als Kur im Fellwechsel gegeben, meist über einen Zeitraum von 6-8 Wochen. Beide schmecken nicht so besonders lecker, daher sollte man sie in eine Handvoll eingeweichte Heucobs einrühren, um den Geschmack zu maskieren, dann werden sie im Allgemeinen gut mitgefressen. Durch eine solche Kur füllt man die körpereigenen Speicher für die beiden Mineralstoffe wieder auf, sodass sie für zusätzliche Belastungen wie Fellwechsel zur Verfügung stehen. 

Auch wenn man Zink und Schwefel gibt, brauch das Pferd weiterhin sein Mineralfutter, um alle anderen Mineralstoffe zu balancieren, das sollte man in dieser Zeit nicht vergessen. Und natürlich sollte auch immer ein Salzleckstein zur Verfügung stehen, denn gerade wenn die Pferde schon warme Unterwolle schieben, aber tagsüber die Temperatur auf über 30°C klettert, verlieren sie durch Schwitzen Natriumchlorid, das über das Lecken am Salzstein wieder aufgefüllt werden muss. 

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