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Was für was? Darmwohlkräuter vs. ColoProtect forte

Hand streichelt Pferdekopf
© Adobe Stock/Laura Battiato

Verdauungsprobleme sind bei unseren Pferden leider weiter verbreitet, als es einem als Pferdebesitzer lieb ist. Kaum ein Stall, in dem nicht ein Pferd steht, das an Kotwasser leidet, beim Warmreiten vor sich hin pupst, immer wieder leichte Kolikanzeichen hat oder vielleicht sogar eine Kolik-OP hinter sich hat, ohne dass sich der Darm seitdem nachhaltig beruhigt hätte. Viele Futterzusätze versprechen hier Abhilfe, aber man sollte schon sehr genau hinschauen, mit welchem Wirkmechanismus sie arbeiten und wann das eine oder andere tatsächlich sinnvoll ist.

Grundsätzlich gilt bei allen Verdauungsproblemen, dass man zu allererst die Ursachen finden und abstellen muss.

Diese liegen häufig in der Fütterung (lange Raufutterpausen, unpassende Futtermittel wie Heulage, große Kraftfuttermengen, Obst und Gemüse auf dem Futterplan etc.), aber auch die Haltung spielt hier eine besondere Rolle. Gerade Stress wirkt sich bei vielen Pferden negativ auf den Magen-Darm-Trakt aus. Dabei kann sowohl der Herdenchef als auch der Herdenprügelknabe unter Stress leiden. Viele Pferde kommen in Offen- oder Aktivställe gar nicht mehr ausreichend zur Ruhe, häufige Wechsel in der Gruppe, das Ausziehen des souveränen Chefs und viele andere Faktoren können zum Stress beitragen. Auch das Bewegungspensum spielt eine Rolle. So neigt der Darm bei einer Boxenhaltung dazu, träge zu werden und die Pferde entwickeln daraufhin häufig Fehlgärungen, die bis zu Koliken führen können. Bei einer Offenstall- oder Paddock Trail-Haltung kann sich das Pferd selber mehr bewegen und damit den Darm „in Schwung“ bringen.

Grundsätzlich muss man immer individuell schauen, welche Haltungsform und welcher Stall zum Wesen des jeweiligen Pferdes passt.

Die Fütterung sollte auf eine artgerechte Ernährung umgestellt werden, sonst können die besten Futterzusätze keine nachhaltige Besserung bringen.

Blähungen

Leiden Pferde dann vor allem unter Blähungen – meist als deutliches „Gerumpel“ im Bauch zu hören, oft setzen die Pferde auch zum Beginn des Reitens öfter Luft und/oder Kot ab – so sollte man vor allem mit Darm-beruhigenden Kräutern arbeiten, wie den OKAPI Darmwohlkräutern. Dazu gehören Kräuter, denen krampflösenden Eigenschaften zugeschrieben werden ebenso wie solche, die antibakterielle Wirkung haben. Sie helfen, das mikrobielle Milieu im Dickdarm wieder in den normalen Bereich zu bringen, damit falsche Gärprozesse sich beruhigen und weniger Gase entstehen. Auch der Wechsel von Darmwohlkräutern mit Bitterkräutern kann hier angebracht sein, vor allem wenn das Pferd schon länger unter Aufgasungen leidet. Bitterkräuter regen unter anderem die Peristaltik an – nicht ohne Grund trinken auch wir Menschen oft nach einem zu schweren Essen einen bitteren Verdauungsschnaps. Die durch die Aufgasungen träge gewordene Darmmuskulatur wird damit wieder „in Schwung“ gebracht und auch das hilft mit, die Fehlgärungen einzudämmen. Viel ruhige Bewegung unterstützt den Darm ebenfalls, seine Peristaltik zu normalisieren und Gase schneller abzutransportieren, bevor sie den Darm aufblähen.

Kräuter
Darmwohlkräuter © Okapi GmbH

Kotwasser

Kotwasser ist ein Phänomen, das bis heute nicht gründlich wissenschaftlich untersucht ist, zumal es offenbar nur in einigen Ländern überhaupt auftritt. Man weiß bis heute nur, dass vor allem Stress eine große Rolle bei der Entstehung spielt, wobei dieser von außen kommen kann (z.B. durch Haltung, Fütterungsmanagement etc.), aber auch von innen (z.B. chronische Schmerzen durch Magengeschwüre, unerkannte subklinische Hufrehe o.ä.). Auch Übersäuerung des Dickdarms und Fehlgärungsprozesse spielen hier häufig eine Rolle, daher sollte in der Therapie die pH Regulierung im Dickdarm mit einbezogen werden. Viele Pferde reagieren auf die Fütterung von Basenpulvern wie Bicarbonat mit einer Besserung des Kotwassers. Das hat nichts mit einer Entsäuerung des Dickdarms oder des Bindegewebes zu tun, wie oft behauptet wird, da Basenpulver bereits mit der Magensäure reagieren und danach unwirksam sind. Puffert man jedoch die Magensäure auf diese Weise weg und das Kotwasser verschwindet, dann ist davon auszugehen, dass das Pferd ein schmerzhaftes Magengeschwür hat, das offensichtlich Ursache für das Kotwasser ist. In solchen Fällen steht die Therapie des Magengeschwürs im Vordergrund (mehr dazu unter OKAPI GasterCare forte).

ColoProtectforte
ColoProtectforte © Okapi GmbH

Wie kann das Pferd unterstützt werden?

Neben der Beseitigung der Ursache sollten also verschiedene Punkte beachtet werden: Beruhigung des mikrobiellen Milieus im Dickdarm, Beruhigung der Darmschleimhäute, Schutz der Magen-Darmschleimhäute, pH Normalisierung im Dickdarm und natürlich auch das „Aufsaugen“ des Kotwassers während des Therapiebeginns, um den Teufelskreis aus saurem Kotwasser und entzündeten Darmschleimhäuten zu unterbinden. Zur Vereinfachung der Maßnahmen wurde OKAPI ColoProtect entwickelt. Es kann mit der Gabe von OKAPI Flohsamen(schalen) oder OKAPI Topinambur zum Beginn der Therapie kombiniert werden, um das Kotwasser „aufzusaugen“, damit es schneller zu einer Beruhigung des Darms kommt. Auch OKAPI Süßholzextrakt kann in einigen Fällen zu Beginn der Therapie angezeigt sein sowie auch die Gabe von OKAPI Bitterkräutern. Das sollte aber im Einzelfall mit einem Therapeuten abgesprochen werden.

Also OKAPI Darmwohlkräuter, wenn das Pferd zum „pupsenden Pony“ geworden ist, OKAPI ColoProtect forte, wenn’s „hinten wieder läuft“.

Alle Darmprobleme, aber insbesondere die Kotwasserbehandlung, ist eine langwierige Angelegenheit (vor allem bis man alle Ursachen gefunden und abgestellt hat), bis das Darmmilieu endlich wieder ganz im Gleichgewicht und die Darmschleimhaut regeneriert ist. Während reine Kräutermischungen, wie die OKAPI Darmwohlkräuter, immer nur über einen begrenzten Zeitraum von 4-6 Wochen eingesetzt werden sollten, wurde OKAPI ColoProtect forte extra so entwickelt, dass es auch über längere Zeiträume gegeben werden kann.

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