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5 Punkte für die Vorbereitung der Weiden für das Frühjahr

Pferdeweide mit kurzem Gras
©Residence View / AdobeStock

Die meisten Pferdehalter sind Einsteller in Ställen mit Vollpension und verlassen sich darauf, dass der Stallbetreiber sich um alle Belange rund um Stall, Ausläufe und Weiden kümmert. Immer mehr Pferdebesitzer schließen sich aber auch in Haltergemeinschaften zusammen, um gemeinsam und selbstbestimmt einen kleinen (Offen-)Stall für ihre eigenen Pferde zu haben und der Eine oder Andere pachtet sich auch einen kleinen oder größeren Hof, um seinen Pferden und einer Handvoll Einstellern eine weitgehend artgerechte Haltung zu ermöglichen. Während sich die meisten „Nicht-Landwirte“ für ihren Stall oft eine Menge Gedanken machen, um die Anlage des Auslaufs oder sogar eines Paddock Trails, wo Salzleckstein-Unterstände und Kräuter-Hochbeete gebaut und viele „Slowfeeder“ vom Heunetz bis zum Heu-Spielball eingesetzt werden, bleibt die Weidepflege oft ein Stiefkind.

„Pferdeweiden bloß nicht düngen, das macht man nur mit Kuhweiden“ ist da genau so zu hören wie „Pferde wissen schon, was sie fressen dürfen und was nicht, da sind doch Giftpflanzen auf den Koppeln kein Problem“ und viele solche Weisheiten mehr. Das Ergebnis sind oft Grünflächen, die mehr und mehr herunterkommen, wo sie Giftpflanzen wie Jakobskreuzkraut ebenso ausbreiten wie von Pferden unerwünschte Pflanzen wie der Sauerampfer. Gerade nach dem letzten, in den meisten Regionen extrem trocken, Sommer, ist es unerlässlich seiner Weide etwas Gutes zu tun, wenn man langfristig noch ordentliche Weideflächen haben möchte.

Ein paar Tips für die Praxis:

1) Auch Pferdeweiden muss man gelegentlich düngen

Beim Wort „Düngung“ haben die meisten gleich den Güllewagen vom Bauern vor Augen und in Folge davon die knallgrüne Hochleistungswiese. Aber darum geht es gar nicht. Entnimmt man einer Fläche Biomasse, sei es in Form von Heu oder auch das Pferd direkt in Form von Weide, dann muss man Nährstoffe, die mit dieser Biomasse entnommen wurden, auch wieder zurück führen. In freier Natur kommt eine Gruppe Pflanzenfresser in eine Region und frisst ihre bevorzugten Pflanzen dort ab. Dabei hinterlassen die Pflanzenfresser Kot und Urin und ziehen dann weiter. Ihre Fäkalien sind hier der Dünger für den Boden, der wieder Nährstoffe zuführt, sodass eine neue Pflanzengeneration wachsen kann. Deshalb gehört der Mist auch zu den ganz klassischen Düngern. Je mehr Grünmasse entnommen wird, desto mehr laugt der Boden aus, desto mehr Nährstoffe muss ich also zuführen.

Wenn ich eine artgerechte Weidehaltung machen will (also nicht nur für das Pferd, sondern auch für die Weidenökologie), dann muss ich mit 1-2 Hektar pro Pferd rechnen.

In den meisten Ställen sprechen wir eher über 2 Hektar für 20-40 Pferde. Die meisten Flächen sind also massiv überweidet, entsprechend gehen dem Boden Nährstoffe verloren, die ich wieder zuführen muss. Was der Boden genau braucht, verrät eine Bodenanalyse. Diese wird von landwirtschaftlichen Laboren durchgeführt und sollte eigentlich alle 5 Jahre, immer zu Ende der Wachstumsperiode (also im Herbst) durchgeführt werden. Aber besser jetzt als nie. Anhand der Bodenprobe gibt das Labor dann Empfehlungen, was gedüngt werden sollte. Solche Düngemittel bekommt man im Landhandel und bei kleinen Flächen reicht oft ein Düngestreuer, wie man sie im Gartenfachmarkt bekommt oder man bittet einen Bauern, den Dünger auf den größeren Flächen auszubringen. Soll Pferdemist als Dünger für Pferdeflächen verwendet werden, muss man ihn entweder mind. 2 Jahre ablagern (dafür hat kaum jemand die Flächen) oder er muss heiß kompostiert werden, damit Wurmlarven abgetötet wurden. Verteilt man jetzt einfach den über das letzte Jahr gesammelten Mist auf den Flächen, hätte man ihn auf den Weiden gleich liegen lassen können, denn ist die Weide für den kommenden Sommer prächtig mit Würmern infiziert. Eine Alternative wäre es, mit einem Kuh- oder Schafbauern Mist zu tauschen, da die Würmer streng wirtsspezifisch sind Pferdewürmer sterben also in der Kuh ab, Kuhwürmer im Pferd. Dann kann man den Mist auch nach kurzer oder unvollständiger Rotte ausbringen. Dabei aber bitte darauf achten, dass der Rinder- oder Schafbestand frei ist von Leberegeln, denn diese können unter gewissen Umständen auch Pferde infizieren.

2) Giftpflanzen und nicht schmackhafte Pflanzen sollten rechtzeitig und regelmäßig entfernt werden

Die Pferde können viele Giftpflanzen auf den Weiden erkenne und meiden sie. Das ist ein erlerntes Verhalten: Das Pferd frisst von einer giftigen Pflanze und bekommt in Folge ordentlich Bauchweh, Übelkeit, Kreislaufbeschwerden oder ähnliches. In Zukunft wird es Pflanzen mit diesem Geschmack meiden (aversive Konditionierung, „One-Trial-Learning“).

Aber nicht alle giftigen Pflanzen haben einen so intensiven Eigengeschmack, dass Pferde sie selektieren können. Dazu kommt der Hunger, wenn die Flächen abgefressen sind.

Spätestens im Spätsommer oder Herbst steht auf den Weideflächen oft nicht mehr viel an fressbarem für die Pferde. Und das ist dann in der Regel der Punkt, wo sie auch anfangen, vom Bergahorn zu fressen oder am Jakobskreuzkraut zu knabbern. Natürlich sollte man bei abgefressenen Weiden entweder die Weide schließen oder alternativ Heu auf den Weiden anbieten. Aber um sicher zu gehen und vor allem auch eine weitere Ausbreitung der Giftpflanzen zu unterbinden, sollten sie regelmäßig entfernt werden. Bergahornbäume sollten ausgezäunt werden, sodass die Pferde weder an Laub noch an Samen herankommen. Jakobskreuzkraut ist eine Pionierpflanze, die sich besonders gut dort ansiedeln kann, wo die Grasnarbe zerstört wurde. Das ist in den Eingangs- und Ausgangsbereichen sowie auf stark frequentierten Wegen oder manchmal auf Hügeln. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine flache Rosette, die von den Pferden nicht selektiert werden kann und entsprechend mitgefressen wird. Im zweiten Jahr wächst aus dieser Rosette dann der bekannte Blütenstand, der meist nur bei Hunger mitgefressen wird. Daher ist es wichtig, möglichst schon die Rosetten zu bekämpfen und Stellen, an denen die blanke Erde herausguckt, nachzusäen. Infos zu Kreuzkräutern gibt es derzeit noch auf dieser Webseite: https://www.ak-kreuzkraut.de/, die aber leider demnächst eingestellt wird. Daher möglichst jetzt noch die tollen und lehrreichen Bilder ausdrucken und laminiert im Stall aufhängen, damit jeder Pferdebesitzer sensibilisiert wird auf das Aussehen der Pflanzen und mit hilft, sie im Zaum zu halten. Graukresse ist eine Giftpflanze, die sich aus dem sandigen Nordosten der Republik kommend, immer weiter ausbreitet. Auch sie ist eine Pionierpflanze, die sich besonders gerne dort ansiedelt, wo die Grasnarbe zerstört wurde. Man sieht also, dass auch im Hinblick auf Giftpflanzen Weiden nicht übermäßig strapaziert werden sollten. Graukresse wird auf der Weide von vielen Pferden nicht selektiert, daher sollte sie unbedingt manuell entfernt werden. Sie liebt trockenes Klima und man kann davon ausgehen, dass wir nach dem letzten Sommer dieses Jahr Graukresse im großen Stil finden werden. Aber nicht nur Giftpflanzen können sich auf den Flächen – zumal sie ja meist nicht abgefressen und damit dezimiert werden – ausbreiten, sondern auch eine Menge Pflanzen ,die den Pferden einfach nicht schmecken. Dazu gehört vor allem der Sauerampfer, den man unbedingt vor der Blüte ausstechen sollte (und er kann ganz schön tief wurzeln!), damit es nächstes Jahr nicht noch mehr wird. Bei Pferdeweiden sollte man, im Hinblick auf die Gesundheit der Pferde und die Artenvielfalt der Insekten, möglichst nicht mit chemischen Mitteln (Herbizide) arbeiten, um unerwünschte Pflanzen zu entfernen, sondern mechanisch, also mit der Hand und dem Spaten. Rechtzeitig als Wochenend-Aktion angekündigt, kann man oft Mitstreiter im Stall aktivieren und es gibt sogar die ersten Ställen, die solche „Arbeitseinsätze“ im Stallvertrag schon dabei haben. Wenn 20 Leute ein Wochenende die Weiden pflegen, ist mehr geschafft, als wenn der Stallbetreiber das täglich neben seiner ganzen sonstigen Arbeit noch machen soll. Und am Ende geht es ja um die Gesundheit von unseren Pferden.

langes gras
© Sven Cramer / Adobe Stock

3) Kahle Stellen nachsäen, fette Weiden ausmagern, Artenreichtum fördern

Wer eine fette Kuhwiese vom Nachbarbauern für seine Pferdehaltung gepachtet hat, denkt oft „ach, einfach nicht mehr düngen, dann passt das schon“. Nichts könnte falscher sein. Entzieht man den Hochleistungsgräsern, die vor allem auf Rinder-Wiesen eingesetzt werden, den Stickstoff, dann geraten sie unter Stress. In dem Fall sinkt der Eiweißgehalt und dafür steigt der Zuckergehalt übermäßig an.

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Auch steigt der Gehalt an Endophyten unter Stress an. Diese sind mittlerweile recht gut untersucht und man weiss, dass die Endophytentoxine so unterschiedliche Symptome wie Hufrehe oder Abort auslösen können. Daher ist es wichtig, solche Flächen nicht unter Stress zu setzen, sondern sinnvoll auszumagern. Dafür man besten entweder den Boden oberflächlich etwas öffnen, indem man ihn z.B. mit einem Wiesenstriegel abzieht. Dann kann man die Saatgutmischung ausbringen und im Anschluss die Fläche walzen, damit die Samen angedrückt und etwas mit Erde bedeckt werden. Damit erzielt man ganz gute Keimergebnisse und kann mit dieser Methode von Jahr zu Jahr mehr magere Gräser und Kräuterpflanzen auf die Fläche bringen und die Leistungsgräser verdrängen. Natürlich muss entsprechend auch die Düngung angepasst werden (siehe (1)). Man muss damit rechnen, dass man pro Jahr 2-3 mal nachsäen muss, um ein sichtbares Ergebnis zu bekommen. Eine Alternative bietet die so genannte Schlitzsaat, bei der „Boden öffenen, Samen reinfallen lassen, Erde andrücken“ in einem Arbeitsgang geschieht. Man verbraucht hier zwar pro Fahrt mehr Saatgut, dafür muss man weniger oft nachsäen, sodass die Ergebnisse am Ende vergleichbar sind. Welche Methode man verwendet, hängt vor allem von der Flächengröße und natürlich von der Maschinenausstattung des Landwirts ab, der einem die Flächen nachsät. Bei den Saatgutmischungen sollte man einerseits darauf achten, dass sie möglichst keine oder nur einen geringen Anteil an Leistungsgräsern enthalten und neben den Gräsersamen und einen Anteil an Kräutersamen. Ist die Fläche insgesamt eigentlich vom Nährwert gut für die Pferde geeignet und nur durch den letzten Sommer löcherig wie eine mottenzerfressene Decke, dann sollten die kahlen Stellen gezielt nachgesät werden. Um solche Lücken zu bestimmen, nimmt man sich am besten einen handelsüblichen Zollstock und faltet ihn zu einem Quadrat mit 40cm Kantenlänge. Dieses Zollstock-Quadrat kann man jetzt auf die löchrigen Stellen legen und die Größe der Zerstörung bestimmen. Ist in diesem Quadrat die Lücke in der Grasnarbe etwas so groß wie die eigene, flache Hand, dann sind etwa 15% von dieser 40x40xm Stelle zerstört. Findet man jetzt auf seiner Fläche große, flächige Lücken, dann sollten diese unbedingt nachgesät werden (Boden auflockern, Samen verteilen, Boden andrücken). Sind die Lücken eher klein und unregelmäßig über die Fläche verteilt (weil die Pferde z.B. mal im Winter die Koppel als Renn- und Buckebahn nutzen durften), dann kann man oft abwarten bis Ende April / Mitte Mai. Sind dann noch Lücken vorhanden, sollte man hier nachsäen. Viele schließen sich aber bis dahin von alleine. Bevor man Samen ausbringt, muss man natürlich den Wetterbericht im Auge behalten. Es hilft nicht, wenn es nur einmal auf die Samen draufregnet. Dann keimen sie zwar an, aber wenn es danach gleich trocken bleibt, dann verdorren die Keimlinge wieder. Man sollte also schauen, dass man möglichst einsät, wenn für die nächsten 2-3 Wochen eher Regenwetter angesagt ist. Es braucht etwa 5 Jahre nach dem Neueinsäen einer umgebrochenen („umgeackerten“) Fläche, bis man wieder eine stabile Grasnarbe hat. Daher ist Nachsäen in aller Regel dem Umbrechen und Neueinsäen vorzuziehen. Da gerade die Kräuterpflanzen immer als erstes von den Pferden weggefressen werden, hat es sich außerdem bewährt, „Kräuterpatches“ anzulegen. Das sind ausgezäunte Bereiche (entweder als 3 x 3 m Bereiche über die Weide verteilt oder entlang des Zauns, aber mit einem Extra-Zaun vor gefräßigen Pferden geschützt), die man umgraben und wo man gezielt Kräutermischungen einsäen kann. Kräutermischungen für Pferdeweiden gibt es mittlerweile bei jedem guten Saatguthändler. Durch den Zaun kann die Stammpflanze in diesem Kräuterpatch nicht abgefressen werden. Sie kann von Jahr zu Jahr blühen und ihre Samen gelangen immer auch auf die andere Seite des Zauns, wo sie auskeimen und dann von den Pferden mitgefressen werden können. 

4) Weidezäune reparieren

Ja, es ist ein leidiges Thema in jedem Stall: Die kurze Lebensdauer der Zäune. Ob beim Sturm ein Baum draufgefallen ist, ob die Litzen durch Witterungseinflüsse zerschlissen oder die Pfosten im Boden verrottet sind oder ob ein schlaues Pferd darauf kommt, dass es mit genügend Schwung ja kaum weh tut, durch den Zaun zu rennen und schon hat man auf der anderen Seite die ganze fette Wiese des Nachbarn zu freien Verfügung! Ständig ist irgendwo irgendwas zu reparieren. Auch wenn der Zaun letztes Jahr noch tiptop aussah oder man ihn vielleicht auch letztes Jahr überhaupt erst gebaut hat:

Bevor ein Pferd auf die Wiese kommt, sollte der Zaun in seiner ganzen Länge kontrolliert werden.

Also an jedem Pfosten wackeln, jeden Isolator überprüfen und ggf. austauschen oder rausgerutschte Litze wieder richtig einhängen. Der „Grasfilz“ vom letzten Jahr, der oft unter dem Zaun und rund um die Pfosten wächst, sollte ausgemäht werden. Defekte Litze nicht einfach knoten, sondern mit einem Verbinder reparieren, damit auch wieder ordentlich Strom auf dem Zaun ist. Wenn alles passt, dann ruhig schonmal Strom anlegen und mit einem Prüfgerät den Zaun abgehen, ob er auch überall ordentlich Strom führt. Rechtzeitige Kontrolle erspart lästiges Pferde-Einfangen, wenn die Weiden dann geöffnet werden. Und es schadet auch nichts, das schief hängende Tor mal wieder vernünftig zu justieren oder zerbrochene Griffe am E-Zauntor auszutauschen.

5) Wasserversorgung sicherstellen

Es ist immer wieder ein großer Streitpunkt zwischen Stallbetreiber und Pferdehalter, ob man den Pferden auf der Weide Wasser bereitstellen muss oder nicht. Die Antwort ist ein klares: Jain. Es kommt immer darauf an, wie lange die Pferde auf den Flächen sind und wie der Bewuchs aussieht.

Auch in der freien Natur hat das Wildpferd keine Wasserflasche am Gürtel, aus der es den ganzen Tag nuckelt. Sie gehen ein- bis zweimal am Tag (je nach Wasser-Angebot) zu den Wasserstellen und trinken sich dort voll.

Auch unsere Pferde gewöhnen es sich sehr schnell an, sich morgens und abends am Brunnen oder einer großen Wanne satt zu saufen, bevor sie auf die Weide gehen bzw. wenn sie von der Weide kommen, wenn es dort tagsüber nichts gibt. Wichtig ist hier aber, dass den Pferden große Kübel oder Wannen mit geschlossener Wasseroberfläche und reichlich Wasser zur Verfügung stehen muss, aus denen sie in großen Zügen und ohne Hast trinken können. Eine mäßig lullernde Selbsttränke in der Box ist hier kein Ersatz, da trinken die Pferde nicht mehr als unbedingt sein muss. Auch wenn die Pferde nur 1-2 Stunden pro Tag auf die Koppel kommen,  muss man sich keine großen Sorgen machen, dass sie sofort dehydrieren. Dazu kommt der Zustand der Weide: ist das Gras grün und saftig, nehmen die Pferde riesige Wassermengen über ihr Futter auf. Ist die Weide im August nach einem trockenen Sommer aber eher „Heu am Stiel“, ist in diesem Futter natürlich nicht mehr viel Wasser enthalten, hier muss ich eher auf eine Wasserversorgung achten. Dazu kommt, dass Tragende und laktierende Stuten, Fohlen sowie Senioren einen höheren Wasserbedarf haben und regelmäßiger trinken müssen als durchschnittliche Reitpferde in mittlerem Alter. Man sieht also, dass es immer eine Einzelfallentscheidung ist. Bleiben die Pferde z.B. die überwiegende Zeit auf der Weide und kommen nur in der Mittagshitze in den Stall, dann lohnt es sich, ihnen ein Wasserfass auf die Koppel zu stellen. Ebenso in einem Zucht- oder Rentnerstall. Habe ich aber eher übergewichtige Ponys, die nur für die Psyche eine Stunde am Tag auf die Weide kommen, dann geht es auch ohne Wasserversorgung. Wasserfässer sind im Sommer ein El Dorado für Mikroorganismen. Von Algen bis zu lustigen Bakterien wächst hier alles Mögliche. Daher müssen sie auch von innen regelmäßig gründlich sauber gemacht werden, optimal mit einem Dampfstrahler. Es gibt auch Wassertank-Reinigungsmittel auf Sauerstoffbasis (bekommt man z.B. im Wohnmobilbedarf, wird dort auch für die Trinkwassertankreinigung verwendet), die man nach der mechanischen Reinigung mit dem Dampfstrahler noch durchlaufen lassen kann. Nach dem letzten Spülgang hat die nächste Wasserfüllung wieder eine ordentliche Qualität. Immer häufiger sieht man die IBC Tanks auf den Weiden stehen (das sind die Riesen-Kanister in Gitterbox, meist auf Palette). In ihnen wachsen Algen besonders gerne, weil sie lichtdurchlässig sind. Hier hilft es, den Tank entweder dunkel zu streichen oder eine einfache UV-beständige Haube drüber zu ziehen, die man schon ab rund 20 Euro bekommt. Wer hier etwas mehr investiert, bekommt solche Hauben sogar als (beheizbare) Isolierhauben, das erspart einem vermutlich manch lästigen Wassertransport im kommenden Winter. Wannen und Kübel auf den Weiden sollten vor dem ersten Gebrauch (und natürlich auch während des Sommers) regelmäßig gereinigt werden und gerade nach dem Frost sollte man sie auf Frostschäden prüfen und ggf. austauschen, um Wasserverlust im Sommer zu vermeiden.

Und dann kann die Koppelsaison eigentlich kommen 🙂

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