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Das warme Wetter bringt viele Pferde ordentlich zum Schwitzen

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Das derzeit warme Wetter macht vielen Pferden zu schaffen. Vom Winterfell her auf Minusgrade eingerichtet, kommen sie jetzt bei den Temperaturen ordentlich ins Schwitzen, die Leistung geht runter und die Atemfrequenz rauf. Nicht gleich an Cushing denken – das ist bei den meisten  Pferden einfach nur durch die momentane Witterung bedingt. Gerade schnelle Temperaturwechsel innerhalb weniger Tage oder manchmal ja sogar „über Nacht“ machen den Pferden in ihrem dicken Pelz zu schaffen.

Gerade ältere Pferde, die häufig unter altersbedingter Herzinsuffizienz leiden, haben damit besonders zu tun. Hier kann man sein Pferd unterstützen, indem es nicht auch noch tagsüber in der warmen Box steht, sondern draußen auf dem Auslauf. Hier geht meist ein kühlendes, frisches Lüftchen. Wichtig ist, dass das Pferd hier einen Schattenplatz hat und nicht den ganzen Tag in der knallenden Sonne stehen muss. Die ruhige Bewegung auf dem Paddock oder in einer Offenstall / Paddock Trail Haltung regt auch die Hufpumpe an, sodass angelaufenen Beinen vorgebeugt wird. 

Körperliche Anstrengungen wie Reiten oder Longieren sollte man vermeiden und lieber auf die kühleren Tage verschieben oder früh morgens bzw. später abends, wenn es nicht ganz so warm ist.

Unterstützend wirken auch bewährte Herz-Kräuter wie Weißdorn, den man in jeder Apotheke bekommt und der ohnehin in keiner Stallapotheke für Senioren und herzschwache Pferde fehlen sollte. Unterstützung bietet auch die kurweise Fütterung von L-Carnitin, welches den Herzmuskel stärkt, sodass Wetterwechsel besser verkraftet werden können. 

Altes, liegendes Pferd
© vprotastchik / Adobe Stock

Für Pferde mit Anfälligkeit für Kreislaufprobleme ist es immer sinnvoll, stets etwas löslichen Kaffee in der Stallapotheke vorrätig zu haben. Denn solche warmen Tage können Auslöser für Kreislaufkoliken sein. Diese erkennt man daran, dass die Pferde meist während der Kolik liegen und nicht aufstehen wollen, kühle Füße haben und die kapilläre Rückfüllzeit der Maulschleimhaut verzögert ist. In einem solchen Fall sofort den Tierarzt anrufen und in der Zwischenzeit etwas Kaffee-Pulver auf die Maulschleimhaut reiben. Das enthaltene Coffein wird durch die Schleimhaut direkt vom Blut aufgenommen und bringt oft den Kreislauf wieder etwas in Schwung, bis der Tierarzt kommt. 

Und dann hoffen wir, dass alle Pferde bald anfangen, ihr Winterfell abzuwerfen, damit sie mit den frühlingshaften Temperaturen besser zurecht kommen. Den Frühlingsfellwechsel kann man übrigens super unterstützen mit Kräutern, die Leber und Nieren anregen. Dazu gehört z.B. die Kräutermischung „Frühlingsgefühle“ von OKAPI Vierjahreszeitenfutter. Solche Kräuter helfen, dass die Pferde leichter vom Winter- ins Sommerfell kommen. 

Vorsicht mit der im Frühling beliebten Fütterung von Mariendistelsamen oder -extrakt. Das enthaltene Silymarin regt massiv die Biotransformation in der Leber an. Grundsätzlich eine tolle Entgiftungsmöglichkeit, aber nur, wenn vorher diagnostisch abgeklärt wurde, dass das Pferd keine Kryptopyrrolurie (KPU) hat. Ist die Entgiftung des Pferdes durch KPU gestört, dann kann die Gabe von Mariendistel-Produkten unter Umständen Hufrehe auslösen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Pferd KPU hat, schicken wir Ihnen gerne Infos zu KPU und der Diagnostik zu.

Wenn Sie Sorge haben, dass Ihr Pferd doch ein Kandidat für Cushing sein könnte (dicker Pelz, der im Frühjahr nicht oder nur sehr langsam ausfällt, Neigung zu Hufrehe, fortschreitender Muskelabbau…) kontaktieren Sie uns bitte, dann können wir einen Therapeuten empfehlen, der einen Gesundheits-Check durchführt. Denn in solchen Fällen sollte man rechtzeitig den Stoffwechsel unterstützen, bevor es zu ernsthaften Gesundheitsproblemen kommt.

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