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Alle Winter wieder – wenn’s in der Verdauung klemmt…

Pferde im Winter
©Lari / AdobeStock

Solange die Pferde im Sommer auf den Weiden sind, geht es den meisten mit ihrer Verdauung vergleichsweise gut. Aber kaum sind die Weiden geschlossen, gehen bei vielen Pferden wieder die Probleme los: Kotwasser, Blähungen, Durchfall oder regelmäßige milde Koliken gehören in den meisten Ställen zum Alltag dieser Jahreszeit wie wie Matsch und kalte Füße.

Immer mehr Pferdehalter versuchen dem entgegen zu wirken, indem sie die Pferde länger auf der Weide lassen, möglichst den ganzen Winter über. Was vielleicht im ersten oder zweiten Jahr noch gut funktioniert, klappt dann plötzlich auch nicht mehr – von Aufgasung bis Hufrehe können die gesundheitlichen Probleme reichen, wenn die Pferde auf den Weiden bleiben. Woher kommt das?

Mit dem Schließen der Weiden kommen meist mehrere Faktoren zusammen: Die Pferde stehen auf deutlich engerem Raum als im Sommer und sie bekommen ausschließlich Heu (oder Heulage) statt Gras. Alle drei Faktoren beeinflussen den Verdauungstrakt, wenn auch auf unterschiedliche Weise.

Je geringer das Platzangebot, umso höher ist das Risiko für sozialen Stress. So kann man auf den Weiden oft beobachten, dass Offenstallgruppen „auseinanderfallen“ und sich in Kleingruppen von 2-6 Pferden über die Fläche bewegen. Stellt man Pferde aus verschiedenen Offenstallgruppen auf große Weideflächen („Sommerweide“), dann sortieren sich oft auch die Gruppen komplett neu. Es bilden sich Kleingruppen von jungen Wallachen, von Senioren oder Stutengruppen um einen dominanten Wallach herum. Sobald die Weideflächen geschlossen sind, setzt die „Zwangsvergesellschaftung“ durch den Menschen wieder ein.

Heufütterung im Offenstall
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Pferde müssen sich miteinander arrangieren, die sich auf der Weide eher aus dem Weg gehen und in der Natur nie in einer Gruppe zusammen kommen würden. Je weniger Platz zum Ausweichen, umso höher der soziale Druck. Von Vermeideverhalten (das rangniedrigere Pferd weicht schon aus, bevor es zu aggressiven Äußerungen des Ranghöheren kommt) bis zu körperlichen Auseinandersetzungen (Beißen, Treten, Drohen) kann man das ganze Spektrum an unfreundlichen Verhaltensweisen beobachten. Im Offenstall sind die Pferde dann 24h diesem sozialen Druck ausgesetzt. Rangniedrige Pferde kommen dadurch oft nicht ausreichend zum Schlafen oder zu Ruhephasen. Auch überforderte Herdenchefs, beispielsweise ein Wallach, der „seine“ Stuten gegen andere Wallache der Gruppe abgrenzt, kommen ebenso wenig zur Ruhe. Dieser Stress zeigt sich dann oft in Verdauungsproblemen. 

Während auf der Weide den ganzen Tag Futter zur Verfügung steht – man muss sich nur dahin bewegen, wo es wächst – sind die Pferde im Winter auf die Fütterung durch den Menschen angewiesen. Limitierter Zugang zu Raufutter ist dabei das größte Problem. Ob die Fütterung in Mahlzeiten mit entsprechend langen Pausen dazwischen oder das Angebot von zu wenigen Fressplätzen an den Raufen – Raufuttermangel führt bei Pferden direkt zu Stressverhalten und birgt das Risiko für die Entstehung von Magengeschwüren und Kotwasser.

Hastiges Fressen („schnell schnell, bevor der Chef kommt und mich von der Raufe vertreibt oder die elektronisch gesteuerte Raufe wieder zugeht“) führt zu ebenso wie Zahnprobleme zu einer unzureichenden Zerkleinerung des Raufutters, was die Peristaltik verändert und Blähungen, Kotwasser und Dysbiosen Vorschub leistet. Während Gras oft durch seine weiche Struktur noch ausreichend zerkleinert wird, sorgt grobes, pferdegerechtes Heu bei solchen Fütterungsbedingungen oft für sichtbare Verdauungsstörungen.

Heulage ist milchsauer vergorenes Heu, das durch den massiven Eintrag von Milchsäurebakterien in den Dickdarm für eine Ansäuerung des pH Milieus und damit Störungen des Dickdarm-Verdauungsprozesses sorgen kann. Kotwasser ist häufig die unschöne Folge. Aber auch Schimmel, Hefen oder andere unerwünschte Mikroorganismen im Heu können Blähungen, Durchfall oder Kotwasser zur Folge haben. Die Fütterung von einem qualitativ einwandfreien Heu, das jederzeit für alle Pferde in ausreichender Menge zur Verfügung steht, sorgt schon bei vielen Pferden für eine deutliche Besserung der Verdauung.

Heulage in der Pferdefütterung
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Anstatt sich Gedanken zu machen, warum die Pferde auf dem Winterpaddock mit Verdauungsproblemen reagieren, versuchen viele Pferdehalter dem entgegen zu wirken, indem sie die Pferde das ganze Jahr auf den Weiden lassen. Nun stehen natürlich auch Wildpferde ganzjährig auf der Weide. Aber es gibt zwei gravierende Unterschiede zu unseren Hauspferden: Den Zustand des Dickdarm-Mikrobioms („Darmflora“) sowie die Zusammensetzung der Weidepflanzen. Wildpferde ernähren sich das ganze Jahr über ausschließlich von Raufutter.

In der Wachstumsperiode der Pflanzen sind diese mehr oder weniger grün und nahrhaft. Über den Sommer vertrocknen sie, sodass im Winter „Heu am Stiel“ gefressen wird, also der Pflanzenfilz, der vom Sommer übrig geblieben ist. Wildpferde ziehen dabei von Weidegebiet zu Weidegebiet – sind die schmackhaften und nahrhaften Pflanzen in einer Region abgefressen, zieht die Herde weiter auf neue Weidegründe. Die abgefressene Fläche hat damit eine Ruhephase, in der sich die Pflanzen regenerieren können, bis die Herde viele Monate später wieder in die Region zurück kommt. Das sorgt dafür, dass auch wenig konkurrenzfähige Pflanzen immer wieder die Möglichkeit haben, sich zu erholen. 

Bei unseren Hauspferden besteht der Speiseplan meist nicht nur aus Raufutter. Von Kraftfutter über getreidefreies Müsli, Karotten, Äpfel, Bananen bis Leckerli oder Mash – die Futtermittel, welche man seinem Pferd gerne in den Trog oder aus der Hand gibt, ist lang. Jedes dieser Futtermittel hat dabei das Potential, das Darmmilieu unseres Pferdes zu stören. Pektine aus Obst, Gemüse oder Rübenschnitzeln senken den Dickdarm-pH in den sauren Bereich ab, der im Müsli enthaltene Weizen begünstigt die Entstehung von Darmschleimhautentzündungen begünstigt.

Heulage säuert nachhaltig den Dickdarm an durch die Ansiedelung von Milchsäurebakterien (ja, auch wenn es nur mal der eine Winter vor drei Jahren war), ebenso wie die Fütterung von Bierhefe die Ansiedelung von Milchsäurebakterien im Dickdarm fördert. Alle diese gut gemeinten Futtermittel tragen also dazu bei, dass das Darmmilieu unserer Pferde meist weit entfernt ist von dem der Wildpferde. 

Dazu kommen die limitierten Weideflächen. Wer hat schon 100 Hektar Magerwiesen, Wald- und Buschlandschaft für seine 5 Pferde, auf denen sie sich frei wie Wildpferde bewegen und ihr Futter suchen können? Die Realität ist meist eher, dass 2 Hektar für 5 Pferde schon als „große Weide“ angesehen werden. Das sorgt für einen erheblichen Selektionsdruck bei den Pflanzen, die auf einer solchen Fläche wachsen.

Hat die Wiese über den Winter Ruhe, kann sie sich ganz gut von der meist stattfindenden Überweidung des Sommers erholen. Sind die Pferde aber ganzjährig draußen, dann werden wenig stressresistente Kräuter und Magergräser zunehmend verdrängt. An ihrer Stelle siedeln sich immer mehr Hochzucker- und Leistungsgräser an, die stressresistent sind und deren Samen im Fell und Gefieder von Wildtieren von anderen Flächen mitgebracht werden. Von Jahr zu Jahr verschiebt sich damit die Pflanzenpopulation zu Leistungsgräsern mit höheren Blattanteilen, d.h. mehr Pektin und Fruktan (=Dickdarmübersäuerung, Hufrehe), höheren Zuckergehalten (=Insulinresistenz, Hufrehe) und Endophytengehalten (=Hufrehe, Abort bei Zuchtstuten).

Ein Pferd mit gesundem Darm kann eine solche Wiese vielleicht noch einen Winter lang kompensieren. Treffen aber bestehende Darmstörungen mit einem solchen Bewuchs zusammen, dann sind die Probleme vorprogrammiert. Blähungen, Koliken, Durchfälle, Kotwasser oder sogar Hufrehe können die unschönen Folgen sein. 

Steht man vor der Wahl: enger Winterauslauf mit Heu oder Winterweide, dann muss man in den meisten Fällen tatsächlich sagen: Besser Auslauf als Weide. Denn man ruiniert sich ja den Bewuchs nicht nur für den einen Winter, sondern auch für die kommenden Sommer und Winter. Es führt langfristig dazu, dass man die Weide komplett neu anlegen muss: Der Boden muss gelockert werden (weil die Pferde zu viel Vertritt verursachen, wenn sie das ganze Jahr auf den zu kleinen Flächen laufen), Nährstoffe müssen kontrolliert zugeführt und Magergräser und Kräuterpflanzen wieder angesät werden.

Pferdeweide mit kurzem Gras
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Es dauert nach einer Neuansaat ca. 5 Jahre, bis man wieder eine stabile Wiesenökologie erreicht hat, in der Zeit sollte die Fläche nicht als Weide sondern nur als Heuwiese genutzt werden. Daher gilt für die meisten Ställe: Besser im Winter die Weiden geschlossen halten. Denn gegen den Stress auf den Winterausläufen kann man mit einfachen Mitteln etwas machen, gegen die Folgen der ständigen Weidenutzung nicht so ohne weiteres. 

Für die Winterausläufe gilt: Je mehr Platz, desto weniger Sozialstress. Dafür muss gar nicht so viel Fläche geopfert werden. Legt man den Auslauf als Paddock Trail an, hat man oft weniger „entgrünte“ Fläche, aber dennoch mehr Platz, da die Pferde sich auf dem Trail verteilen und so Abstand zueinander gewinnen können, was auf kompakten Ausläufen nicht immer der Fall ist. Mehrere Fressplätze auf dem Trail verteilt – auch in Form von Heunetzen, -Kisten, -Tonnen, -Bällen oder -Kissen („Slowfeeder“) sorgen dafür, dass alle Pferde jederzeit an das Raufutter kommen, ohne um Fressplätze zu konkurrieren.

Heunetze ermöglichen außerdem das Einstellen der Fressgeschwindigkeit an das Geschick der Pferde und die Konsistenz des Heus, sodass eine 24h Fütterung möglich ist, ohne dass sich die Pferde überfressen. Beides reduziert deutlich Stress bei den Pferden. Im Unterstand sollte ausreichend Platz und eine gut isolierende Einstreu vorhanden sein, damit sich alle Pferde zum Schlafen hinlegen können, auch das reduziert das Stressverhalten. 

Wichtig ist es, auf das Gruppenverhalten zu achten. Es gibt durchaus Pferde, die sehr dankbar sind, wenn sie nachts von der Gruppe separiert und eine eine Box oder einen abgesperrten Bereich gestellt werden, wo sie ihre Ruhe haben. Einwegtore oder Tore mit Hühnerklappenöffnern (z.B. https://www.youtube.com/watch?v=bjGjaqeXfpk, Bauanleitung unter https://360gradpferd.de/automatische-pferdefuetterung-mit-huehnerklappenoeffner-und-zeitschaltuhr/) ermöglichen es, dass das Pferd jederzeit oder auch erst nach einer bestimmten Zeit (z.B. am Morgen) zur Gruppe zurück kommt, ohne dass man dafür extra in den Stall gehen muss.

Das gilt auch für alte Pferde, die in größeren Mengen Heucobs zugefüttert bekommen sollten: stellt man sie abends in einen separaten Bereich mit einer Einwegtür, dann können sie nach dem Fressen zur Gruppe zurück und auch in ihrem „Pferdezimmer“ schlafen, wenn dort ein eingestreuter Bereich ist. Durch die Einwegtür kommen die anderen Pferde nicht ohne weiteres an die Reste im Heucobskübel ran. Ein Einwegtor kann man sich einfach selbst bauen mit einem dicken Brett, Scharnieren und einem Türschließer, all das bekommt man in jedem Baumarkt. 

Was jetzt tun, wenn das Pferd schon Verdauungsprobleme entwickelt hat? Bei Blähungen helfen am besten die guten, alten Kräutermischungen, die Kräuter mit krampflösende ätherische Öle enthalten wie Anis, Kümmel oder Fenchel. Man kann hier beispielsweise auf die Darmwohlkräuter von Okapi zurückgreifen, die eine sehr gute beruhigende Wirkung auf den Darm haben.

ColoBalance Okapi
© Okapi GmbH

Bei Durchfall hat sich die Gabe von Huminsäuren bewährt, die beispielsweise im ColoBalance von Okapi enthalten sind. Bei starken Fehlgärungen, die mit Blähungen und Durchfall einhergehen und nicht auf diese Maßnahmen ansprechen, kann man auch versuchen, das Mikrobiom über die Gabe von Propolis über 3-5 Tage zu stabilisieren. Propolis ist das Harz aus dem Bienenstock und man bekommt es in wasserlöslicher Form oder als Pulver in der Apotheke. Beim Pulver 0,05g pro Tag ins Futter geben, bei der Flüssigkeit etwa 1-2ml pro Tag, beides kann in eine Handvoll eingeweichte Esparsette-Cobs gegeben werden. 

Bei Pferden mit Neigung zu Kolik sollte unbedingt der Tierarzt hinzu gezogen werden. Hier muss man unterscheiden, ob das Pferd zu Gas-, Verstopfungs- oder Kreislaufkoliken neigt. Bei Gaskoliken hilft es wieder, die Pferde auf gutes Heu einzustellen und die bewährte Darmwohlkräutermischung zu geben. Gerade Schimmel und andere Verderb anzeigende Mikroorganismen im Heu werden oft übersehen und können zu erheblichen Blähungen führen. Aufschluss gibt hier eine Heuanalyse auf Mikrobiologie, die beispielsweise die LKS Sachsen anbietet.

Daneben führen auch Futtermittel mit Soja oft zu Blähungen, da die Stachyose nicht im Dünndarm verdaut werden kann und im Dickdarm das Mikrobiom durcheinander bringt. Solche Futtermittel sollten ebenfalls unbedingt vermieden werden. Insgesamt sollte man bei Pferden mit Verdauungsstörungen unbedingt darauf achten, dass sie durchgehend Zugang zu hygienisch ordentlichem Heu haben und alle anderen Futtermittel nach Möglichkeit vermeiden. Um Kräuter oder andere unterstützende Mittel unterzumischen, eignet sich eine Handvoll eingeweichte Esparsette. Ihre Gerbstoffe (kondensierte Tannine) wirken schon stabilisierend auf das Darmmilieu und der starke Eigengeschmack überdeckt auch nicht so gut schmeckende Therapeutika.

Verstopfungskoliken kann man oft vorbeugen, wenn man den Pferden zweimal täglich reichlich warmes Wasser im Kübel zum Trinken anbietet, denn insbesondere Pferde mit Magengeschwüren trinken bei kaltem Wasser oft zu wenig. Geringe Wasseraufnahme kann zu einem übermäßigen Eindicken des Nahrungsbreis im Dickdarm führen. Kann man das Pferd nicht mit warmem Wasser zum Trinken motivieren, dann ist oft schon das natürliche Durstgefühl gestört.

Man kann dann entweder das Wasser schmackhafter machen, indem man etwas Apfelsaft dazu gibt oder eine große Menge Kräutertee kocht (am besten mit einer milden, breit angelegten Kräutermischung wie der Kräuterweide von Okapi) und lauwarm anbietet. Auch sehr flüssige Heucobs sind bei manchen Pferden ein guter Trick, um sie wieder zur Wasseraufnahme zu bewegen. Bei manchen Pferden hilft auch ein Esslöffel Salz (normales Haushaltssalz ohne Fluor, ohne Jod) in einer Handvoll Futter.

Salz regt das Durstgefühl an und wenn man eine Zeit lang täglich Salz ins Futter gibt, stellt sich das normale Trinkverhalten bei vielen Pferden nach ein paar Tagen bis Wochen wieder ein. Auch die Gabe von Kräutern mit hohem Bitter- und Gerbstoffanteil (z.B. Esparsette oder Bitterkräutermischung von Okapi) kann bei Neigung zu Verstopfungskoliken unterstützend wirken, weil sie unter anderem die Peristaltik anregen, sodass der Nahrungsbrei schneller vorwärts transportiert wird. Gerade ältere Pferde und solche mit wenig Bewegung (Boxenhaltung) neigen zu einem trägen Darm, sie profitieren davon, wenn man die Peristaltik in Schwung bringt. 

Bei Pferden, die bei Wetterwechseln koliken ist die Ursache häufig ein schwacher Kreislauf, manchmal gepaart mit einer linksseitigen Herzinsuffizienz. Das finden wir besonders oft bei älteren und bei übergewichtigen Pferden. Hier sollte man vorbeugend immer wieder kurweise L-Carnitin (z.B. von Okapi) geben, da es beim Pferd offenbar kräftigend auf die Herzmuskulatur wirkt. Auch die Homöopathie hat hier einige sehr gute Mittel in petto, da hilft ein gut ausgebildeter Tierheilpraktiker, für das Pferd das passende unterstützende Herzmittel zu finden.

Auch Crataegutt kann hier gute Dienste leisten, ebenso wie Weißdorn als Kräuterbeigabe zum Futter. Weißdornbüsche eignen sich übrigens auch ganz hervorragend, um sie entlang von Ausläufen auf der Außenseite des Zauns zu pflanzen. Sie bilden ein dichtes Dornengestrüpp, das wohlmeinende Spaziergänger mit Brottüten, Garten- oder Küchenabfällen von den Pferden abhält und die Zweige, Blätter und Blüten werden gerne über den Zaun weg von den Pferden geknabbert.

Kotwasser schließlich gehört zu den schwierigsten Erkrankungen, da die Ursachen sehr vielfältig sein können und oftmals nicht nur eine Ursache abzustellen ist. Von Magengeschwüren über Zahnprobleme bis Haltungsstress kann man Gründe finden, warum das Pferd Kotwasser hat. Hier gilt es besonders sorgfältig auf das Thema Stress zu schauen: Rangniedrige Pferde in der Gruppe, unruhige oder aggressive Gruppen, häufige Wechsel, überforderte Herdenchefs, weiße oder gescheckte Pferde in gemischten Gruppen, chronische Schmerzen (Magengeschwüre!) – manchmal muss man schon detektivische Fähigkeiten entwickeln, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Auch nicht artgerechte Futtermittel wie Heulage oder Strukturmüslis (Mischfutter mit grünen Stängeln) sind oft an der Entstehung von Kotwasser beteiligt, genauso wie Weidegang im Winter bei nicht-pferdegerechter Pflanzenzusammensetzung auf den Flächen und gestörtem Mikrobiom. Wenn man die Ursache für das Kotwasser nicht findet, dann kann die beste Therapie nicht wirken. 

Okapi ColoProtect forte
©Okapi GmbH

Natürlich kann man unterstützende Maßnahmen ergreifen: Flohsamen(schalen) oder Topinambur wirken bindend auf das Kotwasser, sodass der Kreislauf aus Übersäuerung, Darmschleimhautentzündung, Kotwasser, Übersäuerung… unterbrochen wird. Parallel dazu kann man das Darmmilieu beruhigen. Hierfür eignet sich das ColoProtect von Okapi, das speziell für Pferde mit Kotwasser entwickelt wurde und eine entzündungshemmende und beruhigende Wirkung auf den Darm hat. Alternativ kann man über ColoBalance vermehrt Huminsäuren dem Nahrungsbreit zugeben, das beruhigend auf entzündete Darmschleimhäute wirkt, ebenso wie Süßholzextrakt.

Liegt die Ursache in chronischen Schmerzen z.B. durch Magengeschwüre oder Hufrehe, muss man natürlich hier therapeutisch ansetzen. Bei Kotwasser sollte unbedingt ein erfahrener Therapeut hinzugezogen werden. Oftmals muss man per Ausschlussdiagnostik vorgehen: Man therapiert auf eine mögliche Ursache und wenn sich keine Besserung einstellt, dann hat man noch nicht den richtigen Therapieansatz und muss etwas anderes versuchen. In jedem Fall hilft es allen Pferden mit Kotwasser, wenn man die Weiden schließt, den Pferden ordentliches und hygienisch einwandfreies Heu gibt, dass sie in Ruhe fressen können (keine Futterpausen, kein Gerangel an den Heuraufen, keine elektronischen Raufen, die wieder zugehen und zum Schlingen führen) mit einem gut funktionierenden Zahnapparat (Pferdedentalpraktiker!). Die weitere Therapie hängt von den Ursachen und Auslösern ab.

Unser Netzwerk an qualifizierten Therapeuten kann hier beratend unterstützen, wenn man alleine nicht mehr weiter weiß. Schreib uns gerne eine Mail an office@sanoanimal.de wenn du dir bei der Suche nach einem guten Therapeuten Hilfe wünschst.

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