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Selektiv oder prophylaktisch entwurmen – wie macht man das richtig?

Pferdemist in einer Schubkarre, dahinter der Misthaufen
© Jamrooferpix / Adobe Stock

Jahrzehntelang herrschte in den Ställen das Dogma: viermal im Jahr bekommen Pferde eine Wurmkur. Mit dem zunehmenden Auftreten von Resistenzen gegen die verschiedenen Anthelminthika (Wurmkuren) wurde dann zurück gerudert, aber im Frühling und Herbst Pferde entwurmen gehört bis heute in vielen Ställen zum Alltag wie Anweiden oder Stall ausmisten.

Seit einigen Jahren werden die Stimmen aber immer lauter, die eine Abkehr von der „prophylaktischen“ Entwurmung fordern und statt dessen eine „seleketive“ Entwurmung. Vorreiter hier sind die Skandinavier, in Dänemark ist es schon seit 1999 verboten, Pferden eine Wurmkur zu verabreichen, ohne vorher einen Wurmbefall diagnostiziert zu haben. Dieser gezielte Einsatz von Anthelminthika soll ein weiteres Voranschreiten von Resistenzen bei den Würmern verhindern, um ein Desaster wie bei den Antibiotika zu vermeiden.

Auch Antibiotika wurden über Jahrzehnte wie Bonbons an Mensch und Tier verteilt, mit dem Effekt, dass wir heute immer mehr multiresistente Keime haben, also Bakterien, die auf kein Antibiotikum mehr reagieren. Fatal, wenn man sich mit einem solchen Keim infiziert. Auch beim Pferd sind wir auf dem besten Weg hierhin. So sind nach Studien Pfriemschwänze (Oxyrien) mittlerweile praktisch komplett resistent gegen sämtliche Wirkstoffe. Bei Strongyliden, den am häufigsten verbreiteten Würmern, sind bis zu 80% bereits resistent gegen die verschiedenen Wirkstoffe. Daher ist es höchste Zeit, umzudenken und nur nach Diagnose zu entwurmen. 

Aber wie macht man das mit der selektiven Entwurmung?

Beste Infos zu dem Thema findet man auf der Seite www.selektive-entwurmung.com. Hier kann man sich für das Monitoring registrieren lassen und wird dann auch immer rechtzeitig daran erinnert, wenn es Zeit ist für den nächsten Check. Im Wesentlichen sammelt man dann regelmäßig zwei- bis viermal im Jahr Kotproben, schickt sie zur Analyse ein und bekommt dann das Ergebnis mitgeteilt. Liegt ein behandlungsbedürftiger Befall vor, dann bekommt man von dem Labor auch die Information, welcher Wirkstoff geeignet wäre. Muss das Pferd aufgrund eines Befalls entwurmt werden, schickt man 14 Tage später nochmal eine Kotprobe ein, um zu prüfen, ob die Entwurmung erfolgreich war. Aufgrund der Resistenzlage kann es nämlich durchaus sein, dass man eine Wurmkur gibt, die aber gar nicht wirkt, sodass das Pferd anschließend genau so viele oder sogar noch mehr Würmer hat als vorher. Daher die Behandlung immer auch überprüfen. 

Die 8 häufigsten Gegenargumente gegen die selektive Entwurmung und warum sie Quatsch sind

1. Kotproben geben überhaupt keine zuverlässige Aussage über einen Wurmbefall, der Befund kann negativ sein und das Pferd trotzdem Würmer haben

Die Kotproben müssen natürlich korrekt gesammelt werdej (120-150g frisch abgesetzter Kot in ein Plastikbeutelchen und direkt per Post an das Labor geschickt, im Sommer mit einem Coolpack dazu). Nimmt man Kot, der schon länger liegt oder einfach irgendeinen Haufen aus der Offenstallgruppe, dann bekommt man kein zuverlässiges Ergebnis. Am besten ein Tütchen (z.B. Hundekotbeutel oder Gefrierbeutel) in der Tasche haben, wenn man bei seinem Pferd ist. Die meisten Pferde äppeln während des Putzens oder zum Beginn der Reitstunde, dann hat man einen schönen, frischen Haufen, der auch sicher zum untersuchten Pferd gehört. Am besten nimmt man die Kotprobe am Anfang der Woche. Sammelt man sie am Freitag ein, fährt sie dann bis Samstag im Auto spazieren, bis man sie mittags zur Post bringt und sie kommt dann erst Montag oder Dienstag im Labor an, dann kann es sein, dass das Ergebnis nicht mehr stimmt. Denn die Larven schlüpfen üblicherweise nach spätestens 48 Stunden, daher sollte die Kotprobe vor Ablauf dieser Zeit im Labor ankommen. 

Aus Studien ist bekannt, dass im Schnitt etwa 80% der Pferde keinen behandlungsbedürftigen Wurmbefall haben und in der Regel auch über Jahre stabil sind. Von den Pferden mit Wurmbefall haben wiederum etwa 80% einen Befall mit Strongyliden. Die übrigen 20% verteilen sich auf alle anderen Wurmarten. Habe ich also 100 Pferde im Stall, werden 80 Kotproben mit negativem Befund zurück kommen. Von den 20 behandlungsbedürftigen Pferden haben 16 Strongyliden und die übrigen 4 die eine oder andere sonstige Wurmart. 

Strongyliden sind absolut zuverlässig in der Kotprobe erkennbar, wenn sie richtig gesammelt wurde. Auch Spulwürmer, eine typische „Kinderkrankheit“ bei Pferden, sind in der Kotprobe zuverlässig nachweisbar. Das Risiko für Spulwurmbefall nimmt nach dem 5. Lebensjahr deutlich ab. Auch Magenwürmer (Habronema, nicht zu verwechseln mit Dassellarven!) sind in der Kotprobe zuverlässig nachweisbar, ebenso Zwergfadenwürmer, die in Zuchtbeständen ein Problem darstellen können, beim erwachsenen Pferd aber keine Rolle spielen. Bandwürmer sind nicht immer zuverlässig zu sehen, da sie nicht kontinuierlich Eier ausscheiden. Umgekehrt fällt kein Pferd tot um, wenn mal ein Bandwurm in seinem Dickdarm wohnt. Hat man einen deutlichen Befall, dann sieht man diesen auch in der Kotprobe. Pfriemschwänze sind ebenfalls nicht zuverlässig in der Kotprobe sichtbar, da auch sie nicht kontinuierlich Eier ausscheiden. Da sie ihre Eier aber in Eischnüren in der Analgegend ablegen, finde sich hier immer Eireste. Bei Verdacht auf Pfriemschwanzbefall (führt in den meisten Fällen zu der typischen „Handfeger-Schweifrübe“, also abstehenden Haaren, da die Pferde sich den Schweif scheuern), kann man diesen über eine Abklatsch-Probe aus der Analregion diagnostizieren lassen, diese ist wiederum zuverlässig.

Magendasseln kann man über Kotproben praktisch gar nicht nachweisen, das ist aber auch nicht notwendig. Lebt das Pferd in einem Verbreitungsgebiet für Magendasseln, dann sieht man das im Sommer an den gelben, im Fell der Vorderbeine oder Schulter klebenden Eiern. Hat man Pferde in der Gruppe, die im Sommer solche Eier im Fell haben, sollte man im Winter, sobald keine Insekten mehr fliegen (also optimal nach dem ersten, richtigen Frost) die gesamte Gruppe entwurmen. Damit unterbricht man den Vermehrungszyklus der Dasselfliegen, da im Frühjahr keine neuen Fliegen aus den ausgeschiedenen Larven schlüpfen können. Macht man das konsequent, kann man die Dasselfliege komplett aus seiner Region verdrängen, dann braucht man auch nicht mehr dagegen entwurmen.

Pferde können auch einen Befall mit Lungenwürmern aufweisen, das passiert aber praktisch nur, wenn sie mit befallenen Eseln (Hauptwirt) zusammen gehalten werden oder wurden. Diese kann man im Kot explizit als Untersuchung anfordern. Hat man Verdacht auf Leberegel-Befall (hier ist das Pferd ebenfalls ein Fehl-Wirt, die eigentlich Wirte sind Wiederkäufer, Pferde infizieren sich in der Regel nur, wenn sie auf Weiden gehalten werden oder wurden, auf denen infizierte Schafe oder Kühe gehalten werden oder wurden), kann man diese über einen Antikörpertest aus Blut nachweisen. 

Zusammenfassend gilt also: die wichtigen Wurmarten kann man alle in der Kotprobe nachweisen, bei Sonderfällen (Pfriemschwänze, Leberegel…) geben Spezialuntersuchungen Auskunft. Mit einer zuverlässigen Diagnose kann man dann auch sinnvoll entwurmen, statt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

Pferdeäpfel auf der Straße
Die wichtigsten Wurmarten können in der Kotprobe nachgewiesen werden. © blende11.photo / Adobe Stock

2. Eine Kotprobe pro Gruppe reicht, ist einer infiziert, sind es die anderen ja auch

Das stimmt leider nicht. Natürlich sind Würmer grundsätzlich ansteckend – wenn keine Würmer da sind, kann sich auch kein Pferd infizieren. Aber wie bei Bakterien, Pilzen oder Viren auch, sind nie alle Pferde einer Gruppe gleich stark betroffen. Nur weil ein Pferd der Gruppe erkältet ist, gibt man ja auch nicht der ganzen Gruppe Antibiotika, sondern nur dem betroffenen Pferd. Daher muss jedes Pferd einer Gruppe getestet werden und man ist oft verblüfft, dass innerhalb einer Gruppe die meisten Pferde immer negative Befunde haben, aber einzelne immer wieder positiv getestet werden. Bei Pferden mit gesundem Darm kann sich das Immunsystem effektiv gegen einen Wurmbefall wehren. Daher sind nicht immer alle Pferde verwurmt in einer Gruppe, sondern man muss jeden Einzelfall betrachten. Kennt man seine Gruppe und hat schon über einen längeren Zeitraum immer wieder Kotproben aller Pferde eingeschickt, kann man irgendwann auch Proben „poolen“. Das heißt, man nimmt Kot von drei bis fünf Pferden in eine Tüte, beschriftet sie und führt Buch darüber, von welchen Pferden der Kot in welcher Tüte war. Die üblichen Verdächtigen, die eh fast immer mit einem positiven Befund zurück kommen, sollte man gleich separat sammeln und als Einzelprobe einschicken. Bei gepoolten Proben spart man Geld, weil man jetzt nur eine Untersuchung für mehrere Pferde hat. Auf der anderen Seite hat man doppelte Arbeit, wenn der Befund positiv zurück kommt, denn dann muss man von allen Pferden, deren Kot in dieser Tüte war, nochmal einzeln Kot sammeln und analysieren lassen. Daher lohnt sich das Poolen von Proben nur, wenn man seine Gruppe gut kennt und weiss, welche Pferde eigentlich ohnehin immer „sauber“ sind.

Sechs braune Jungpferde auf der Wiese
Eine Beprobung sollte nicht nur bei einem Pferd der Herde, sondern bei allen durchgeführt werden. © Alexia Khruscheva / Adobe Stock

3. Selektive Entwurmung ist viel zu aufwendig

Der aufwendigste Teil daran ist das Sammeln der Kotproben. Statt allen Besitzern Anweisung zu geben, dass sie in dieser Woche ihren Pferden Wurmpasten ins Maul zu spritzen haben (was teilweise auch kein Spaß ist, wenn man ein wenig kooperatives Pferd hat), kann man auch Anweisung geben, dass jeder eine Kotprobe sammeln und einschicken soll. Das sind für jeden Besitzer ein paar Minuten mehr, wenn er ohnehin bei seinem Pferd ist, das sollte für jeden machbar sein. Und viele Pferde (und auch Besitzer) sind dankbar, wenn sie nicht mehr alle halbe Jahre die blöde Paste zwangsverabreicht bekommen, mit allem Kampf, Streit und rumgespuckter Paste, die damit einhergehen.

3. Das ist viel zu teuer

Ein großes Blutbild ist teuer, eine Kotprobenanalyse nicht. Die Preise zwischen den Laboren variieren zwar, aber in der Regel ist man bei einem guten, zertifizierten Labor mit etwa 30 Euro dabei. Das ist nicht so viel teurer als die Wurmkur, dafür tut man aber etwas für die Umwelt (denn mit dem Kot gelangen die Reste der Paste auch immer auf den Misthaufen und damit später auf Felder und in Gewässer, wo sie teilweise erheblichen Schaden anrichten können) und sorgt langfristig mit dafür, dass wir in ein paar Jahren noch funktionierende Anthelminthika haben, sollte man wirklich mal mit einem heftigen Befall bei seinem Pferd zu tun haben. Also vielleicht mal eine Schabracke weniger kaufen, aber dafür eine Kotprobenanalyse machen. Natürlich kann es passieren, dass eine Kotprobe mit positivem Befund zurück kommt, man dann eine Wurmkurz bezahlen und anschließend nochmal eine Kotprobe machen (und bezahlen) muss. Aber ein Wurmbefall ist nunmal eine Krankheit und jeder von uns weiss, wie teuer ein Pferd wird, wenn es nicht gesund ist. Da sind die Kosten für zwei Kotproben und eine Wurmkur noch günstig im Vergleich zu einer Hufrehe oder Kolik.

4. Eine Wurmkur zu geben ist viel sicherer

Durch die bekannte Resistenzlage (und das Problem ist bereits seit den 1960ern in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben) und der Tatsache, dass mittlerweile wirklich gegen alle Wirkstoffe (und so viele sind das nicht) hochgradige Resistenzen bekannt sind, ist eine Wurmkur viel unsicherer als eine Kotprobe. Das verstehen die meisten Besitzer wirklich erst in dem Moment, wo sie die Wurmkur nicht mehr „blind“ verabreichen, sondern über Kotproben nachschauen, was im Darm ihres Pferdes los ist. Da kommt der Befund mit einem Befall von 350 EpG zurück und es wird empfohlen, zu entwurmen. Das macht der Besitzer auch und wiegt sich im Glauben, dass jetzt alles gut ist. Zwei Wochen später wird die Kontrolle eingeschickt und siehe da, auf einmal sind über 1.000 EpG nachweisbar! Wie kann das sein? Das ist das Phänomen der Resistenzen. Es ist mittlerweile bekannt, dass die Wurmkuren erheblichen Einfluss auf das Mikrobiom („Darmflora“) des Dickdarms haben. Kommt es hier zu Störungen, gehen diese häufig mit einer Schwächung des Immunsystems einher. Hat das Pferd also einen Wurmstamm, der resistent ist gegen den Wirkstoff, den man verabreicht hat, stört die Wurmkur die Würmer kein bisschen, aber das Darm-Mikrobiom und damit das Immunsystem leidet erheblich. Dadurch können sich jetzt noch mehr Würmer ansiedeln, was sich dann in der Kontrolle an einem – im Vergleich zur ersten Probe – sogar erhöhten Befall zeigen kann. Ammenmärchen? Keinesfalls, es gibt sehr viele dokumentierte Fälle, wo genau das nachgewiesenermaßen passiert ist. Daher ist eine Kotprobe immer bei Weitem sicherer als eine „prophylaktische“ Entwurmung.

5. Aber einmal im Jahr muss man schon eine „Große“ geben

Die „Große“, die oft im Winter standardmäßig in Ställen verabreicht wird, besteht aus zwei Wirkstoffen – der eine wirkt gegen Rundwürmer (und damit gegen die meisten Wurmarten), der andere gegen Plattwümer (also Bandwurm). Auch gegen diese beiden Wirkstoffe sind hochgradige Resistenzen bekannt und diese sind genau aus der Praxis heraus entstanden, den Pferden „prophylaktisch“ Wurmkuren zu geben, also ohne Krankheitsindikation und auch ohne Kontrolle, ob die Entwurmung überhaupt erfolgreich war. Bleibt man also bei dieser Praxis, dann können wir davon ausgehen, dass es gar nicht mehr lange dauert und wir werden eine 100%ige Resistenz haben gegen „die Große“ – was nichts anderes heißt als: wenn das Pferd dann wirklich einen Befall hat, dann habe ich nichts mehr in meinem Arsenal, womit ich diesen bekämpfen kann. 

6. Selektive Entwurmung funktioniert ja nur, wenn das alle im Stall machen

Wurmbefall ist immer pro Pferd zu betrachten. Natürlich ist es einfacher, wenn ich einen ganzen Bestand monitoren und entsprechend managen kann. Aber da nicht jedes Pferd automatisch von Würmern befallen wird, muss auch nicht der ganze Stall dasselbe Wurmmanagement fahren. Wer für sich – in Absprache mit seinem Stallbetreiber – beschließt, sein Pferd nur noch selektiv und nach vorangegangener Diagnose zu behandeln, der handelt verantwortungsvoll für sich und auch für den Bestand. Denn er leistet einen Beitrag dazu, Resistenzen zu vermeiden. Durch dieses Vorgehen wird kein anderes Pferd im Stall mehr oder weniger Würmer haben. Schließlich hat man über die Kotproben ja ein Auge darauf, dass das nicht-prophylaktisch entwurmte Pferd nicht zu einem Risiko für andere Pferde im Stall wird.

7. Leute, die selektiv entwurmen, sind nur „Schmarotzer“ auf Kosten derjenigen, die ihre Pferde regelmäßig entwurmen

Dieses Argument entspringt aus dem Denkansatz, dass Pferde, die regelmäßig entwurmt werden, auch automatisch gar keine Würmer haben können und damit der Infektionsdruck reduziert ist. Somit ist das Risiko, dass nicht-entwurmte Pferde sich infizieren, verringert. Das wäre sicher auch der Fall, wenn die Wurmkuren tatsächlich noch so wirken würden, wie sie das taten, als sie eingeführt wurden. Aber diese Zeiten haben wir schon seit 20 Jahren hinter uns gelassen, seitdem sind gegen alle Wirkstoffe Resistenzen bekannt und zwar teilweise hochgradige. Deshalb kann man gar nicht davon ausgehen, dass ein Pferd, das ohne vorhergehende Kotprobe entwurmt wurde, auch tatsächlich wurmfrei ist. Das Gegenteil ist der Fall: das „prophylaktische“ Entwurmen fördert die Resistenzlage und sorgt dafür, dass oft gerade die ganz häufig und regelmäßig entwurmten Pferde diejenigen sind, die in Kotproben den höchsten und hartnäckigsten Befall haben. Es wird umgekehrt ein Schuh daraus: Diejenigen, die immer noch „prophylaktisch“ entwurmen, schmarotzen die Wirkung der Wurmkuren auf Kosten derer, die selektiv entwurmen und mit ihrem Parasitenmanagement dazu beitragen, Resistenzbildung zu reduzieren.

8. Bevor die Pferde auf die Weide gehen, müssen sie unbedingt entwurmt werden.

Ein Pferd, das keine Würmer hat, kann auf der Weide auch keine ausscheiden und die Weide damit gar nicht kontaminieren für andere Pferde. Das ist natürlich kein Freibrief, die Pferde im Frühjahr unkontrolliert auf die Weiden zu lassen. Selektive Entwurmung bedeutet, dass man per Kotprobe diagnostiziert, ob ein Pferd einen behandlungsbedürftigen Befall hat oder nicht. Nur „saubere“ Pferde sollten auf die Weide. Für Pferde mit positivem Frühlings-Befund gilt: Erst entwurmen, Erfolg kontrollieren, dann auf die Weide lassen.

Haflinger grast auf einer grünen Wiese
Pferde mit Wurmbefall sollte nicht auf die Weide. © ba11istic / Adobe Stock

Das Fazit aus Langzeitstudien, die Pferdebestände über viele Jahre untersucht haben zeigt: 

Wichtiger als das ständige Verabreichen von Wurmkuren (was einfach nur Resistenzen fördert und viele Pferde mit Chemie belastet, die gar keine Würmer haben) ist die regelmäßige Kontrolle der Pferde per Kotprobe und eine ordentliche Stall- und Weidehygiene. Dann verliert das Thema „Darmparasiten“ auch ganz schnell seinen Schrecken.

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