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Pferde abspritzen, aber richtig!

Braunes Pferd wird mit Wasser abgespritzt
© Rita Kochmarjova / Adobe Stock

Das heiße Wetter sorgt nicht nur bei den Zweibeinern, sondern auch bei den Pferden für erhebliche Schweißproduktion, vor allem wenn man sich auch noch sportlich betätigt. Da liegt es natürlich nahe, die Pferde nach dem Reiten ordentlich abzuspritzen, um den Schweiß runterzuwaschen und für Kühlung zu sorgen. Dabei sind ein paar wesentliche Dinge zu beachten.

Pferde haben ein empfindliches Herz-Kreislauf-System.

Wenn man den erhitzen Körper jetzt einfach mal unter die kalte Dusche stellt, dann sorgt das für eine erhebliche Herz-Kreislauf-Belastung. Auch wir springen ja nach dem Sport nicht mit Schwung in den kalten See, sondern gehen langsam mit den Füßen rein und gewöhnen uns erstmal an die Kälte, damit der Körper nicht unter Schock gerät.

Daher sollte man auch beim Pferd mit dem kalten Abspritzen immer an den Beinen anfangen und sich von dort langsam nach oben arbeiten und nicht einfach mal den kalten Wasserstrahl auf die verschwitzten Flanken richten. Wenn man bei den Beinen anfängt, dann ist hier gemeint: an den Hufen! Viele richten den Wasserstrahl zu Beginn mal so auf Höhe Karpalgelenk oder sogar höher. In diesem Bereich befinden sich jedoch so genannte Anastomosen, also „Kurzschlüsse“ zwischen Arterien und Venen. Diese werden durch den Kaltwasserschock geöffnet, sodass das Blut direkt von den Arterien in die Venen rüberfließt und die Hufdurchblutung massiv reduziert wird. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache, dass Blutvolumen in den unteren Gliedmaßen versackt. Daher immer am Huf anfangen und von dort langsam nach oben arbeiten.

Dabei gilt: von unten nach oben, von hinten nach vorne. Also langsam an allen vier Beinen hoch in Richtung Herz (Brustkorb) arbeiten.

Dann können auch Pferde die kalte Dusche genießen, vor allem wenn sie sich anschließend im Sand „panieren“ können.

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