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„Lieber anorganische Mineralien“ Was sagen die Fakten?

In einem unserer letzten Posts haben wir 5 wichtige Dont´s in der Pferdefütterung vorgestellt und damit viele Reaktionen ausgelöst, was sicherlich auch mit daran liegt, dass sich die von uns genannten Punkte großer Beliebtheit in der Fütterung der Pferde erfreuen.

Sind diese Aussagen zu pauschal? Wer uns kennt weiss, das wir von pauschalen Antworten in der Regel nichts halten. Gerade aus therapeutischer Sicht, muss jedes Pferd individuell betrachtet und auch gefüttert werden. Genau aus diesem Grund beantworten wir die meisten Nachrichten und Fragen die uns erreichen immer mit „…das kann man so pauschal nicht sagen, denn wir kennen das Pferd nicht und haben nicht genügend Infos“ oder „…da sollte man eine ausführliche und ganzheitliche Anamnese machen.“

ABER: Es gibt Futtermittel bei denen man pauschalisieren kann und wir dies auch ganz bewusst tun. Und zwar ist das dann der Fall, wenn ein Futtermittel für KEIN Pferd geeignet ist, es also keine Ausnahmen gibt. Wenn wir hier nicht pauschalisieren würden, sondern eine Aussage treffen würden wie „…bei den meisten Pferden…“ wäre das einfach nicht ehrlich, sondern gelogen. Bei den von uns genannten Punkten gibt es diese Ausnahmen nicht.

Und ja, wir wissen das jetzt wahrscheinlich Kommentare gibt in denen steht: „Ich mache das aber schon seit Jahren so und mein Pferd sieht gut aus.“ Uns ist durchaus bewusst, dass es genügend Pferde gibt die so gefüttert werden und viele davon nicht schlecht aussehen. Aber nur weil etwas ohne Probleme funktioniert heißt es nicht auch das es gesund oder sogar gesundheitsfördern ist.

Aber lasst uns da ein wenig genauer drüber sprechen. Wir gehen in den kommenden Post also noch weiter auf die genannten Punkte ein. Mit dem Thema Öl, Heulage, Bierhefe und effektiven Mikroorganismen haben wir bereits gestartet. Weiter geht’s mit der Frage warum der Grundbedarf an Mineralien lieber mit anorganischen Mineralien gedeckt werden sollte.

Eine prima Zusammenfassung zu der Begründung hinter dieser Aussage findet ihr auf unserer Website unter dem Artikel „Mineralfutter-Mythen“. Hier der Link: https://wissen.sanoanimal.de/2018/07/20/mineralfutter-mythen/

Was sagt Literatur und Wissenschaft?

Wenn man Studien lesen will zu den verschiedenen Gesundheitsthemen, dann empfehlen wir die Pubmed, da findest man anhand der entsprechenden Suchbegriffe sehr schnell die Studien zu den Themen, die interessieren, auch zur Thematik organische Mineralien. Natürlich setzen die Autoren solcher Studien das entsprechende Grundwissen aus Chemie, Biochemie und Physiologie voraus, man sollte also nicht erwarten, dass die Informationen wie z.B. zur Verstoffwechselung organischer bzw. anorganischer Mineralstoffe beim Pferd mundgerecht serviert werden.

Wissenschaftliche Publikationen richten sich an Wissenschaftler, daher sollte man einen Grundstock an Basiswissen haben, um die Studien dann verstehen und richtig einordnen zu können. Grundsätzlich gibt es dann auch nicht DIE eine Studie die ein Thema vollumfassend darstellt. Vielmehr ist ein Arbeiten mit wissenschaftlichem Hintergrund wie puzzeln. Eine Studie liefert ein Teil, die andere noch eins und irgendwann kann man daraus dann ein Ganzes zusammensetzten.

Daher ist es empfehlenswert wenn man sich zuerst in die Grundlagen der Allgemeinen und anorganischen Chemie einliest, hier wäre beispielsweise als Lehrbuch der Brown „Chemie: Studieren kompakt“ vom Pearson Verlag zu empfehlen. Die Übersetzung aus dem Englischen holpert zwar an einigen Stellen, dafür ist es ein guter Einstieg. Darauf aufbauend wäre dann der Stryer „Biochemie“ aus dem Springer Verlag zu empfehlen, die Bibel der Biochemiker, die alle Grundlagen vermittelt, die man braucht, um dann auch die Physiologie verstehen zu können.

Um dann mehr in die Pathobiochemie einzusteigen wäre das nächste der Löffler „Biochemie und Pathobiochemie“, auch aus dem Springer Verlag empfehlenswert. Danach kannst du den Bogen schlagen zur Physiologie, da ist der Engelhardt „Physiologie der Haustiere“ aus dem Enke Verlag ein guter Einstieg in die Thematik. Mit diesen Grundlagen im Kopf kannst du dann in die Pubmed gehen und dich weiter im Detail informieren, wenn es um die Verstoffwechselung von anorganischen bzw. organischen Mineralstoffen beim Pferd geht.

Hier aber noch mal ein paar Studien und Publikationen für dich zum nach schauen:

Baker, D.H., Ammerman,C.B., (1995): Copper bioavailability. Bioavailability of nutrie nts for animals: amino-acids, minerals and-vitamins. 127-156, Brommer,H., Oldruitenborgh-Oosterbaan, M.M.S.(2001): Deficiency in stabled dutch warmblood foals, J. Vet. Intern. Med. 15(5): 482-485 Coenen, M. (1991): Chloridhaushalt und Chloridbedarf des Pferdes Habil.-Schr. Hannover Coger, L.S., Hintz, H.F., Schryver H.F., Lowe J.E. (1987): The effect of high zinc intake on copper metabolism and bone development in growing ponies, Proc. Equine Nutr. Physiol.Soc. 173-176 Cymbaluk, N.F., Schryver, H.F., Hintz, H.F., Smith, D.F., Lowe J.E. (1981): Influence of dietary molybdenum on copper metabolism in ponies, J.Nutr.111,96-106 Cymbaluk, N.F., Smart, M.E. (1993): A review of possible metabolic relationships of copper to equine bone disease, Equine Vet. J. 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