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Sonnenbrand: Was nun?

Braun weiß geflecktes Pferd mit rosa Nase
© lenkadan / Adobe Stock

Sonnenbrand bei heller Haut

An den heißen Tagen passiert es immer wieder, dass Pferde Sonnenbrand bekommen, insbesondere an der empfindlichen Haut im Gesicht. Betroffen sind vor allem Pferde mit ausgedehnten weißen Abzeichen im Gesicht und entsprechend hell pigmentierter Haut. Dazu gehören nicht nur die Pferde mit „Laterne“ im Gesicht, sondern auch Blessen, die sich bis zwischen die Nüstern ausbreiten, können im unteren Bereich für empfindliche rosa Haut ohne schützendes Fell sorgen. Besonders betroffen sind aber alle „bunten“ Pferde wie Appaloosas, Knabstrupper, Schecken, Perlinos, Cremellos etc. Helle Haut, besonders an Stellen ohne oder nur mit wenig Fell, reagiert also ähnlich empfindlich auf Sonnenlicht wie unsere. Wie bei hellhäutigen Menschen reicht dann oft schon ein kurzer Aufenthalt in der Sonne oder selbst bei leicht bedeckten Himmel, damit es zum Sonnenbrand kommt.

Pflanzen die den Sonnenbrand herbeiführen

Es gibt aber auch Pflanzen, deren Inhaltsstoffe dafür sorgen, dass die Haut empfindlicher für Sonneneinstrahlung wird. Dazu gehört das den meisten bereits bekannte Johanniskraut (das von Pferden auf der Weide allerdings meist verschmäht wird), aber auch der Rotklee, der auf vielen Koppeln steht und sehr gerne gefressen wird.

Gelb blühendes Johanniskraut. © Marén Wischnewski / Adobe Stock

Besonders gefährlich ist der amerikanische Bärenklau, dessen riesige Stauden man auch bei uns häufig findet, insbesondere an feuchten Stellen wie Bachläufen oder Tümpeln, und der schon bei Berührung die Pigmentierung der Haut stark stören kann und darüber hinaus die Haut so photosensitiv machen kann, dass es bereits bei milder Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen kommen kann. In Untersuchungen wurde auch nachgewiesen, dass die Fütterung von Weizen Pferde deutlich photosensitiver macht. Nach Absetzen der Weizenprodukte verschwand die Überempfindlichkeit für Sonneneinstrahlung sehr schnell wieder. Auch Luzerne steht in Verdacht, dass sie Pferde photosensibilisiert. Da viele Fertigfutter mit Weizen oder Nebenprodukten der Weizenverarbeitung (Weizenmehl, Weizengrießkleie, Weizenflocken….) oder Luzerne versetzt sind, sollte man die Deklaration ganz genau lesen und gegebenenfalls das Futter wechseln.

Als Faustregel gilt, dass das Risiko für Sonnenbrand vormittags höher ist als nachmittags.

Wer also die Pferde morgens rausstellt, um die kühlen Stunden zu nutzen, sollte bei den empfindlichen Kandidaten darauf achten, dass sie wieder in den Schatten kommen, bevor die Sonne anfängt, zu brennen. Nachmittags ist das Risiko geringer, man kann also solche Pferde oft schon für die kühlen Abendstunden rausstellen, wenn die Sonne noch am Himmel steht. Da meist zwischen 14 und 15 Uhr die heißeste Zeit des Tages ist, sind viele Pferde ganz froh, wenn sie erst gegen 17 Uhr raus kommen, wenn es schon wieder abkühlt. Um diese Zeit sinkt meist auch schon das Sonnenbrandrisiko. Als Schutz bieten sich Gesichtsmasken an, die möglichst alle empfindlichen Körperteile abdecken sollten, also bei Bedarf bis über die Nüstern reichen. Sie beschatten die empfindliche Haut rund um Nase und Augen, sodass sie besser geschützt ist. Auch Sonnencreme kann man verwenden. Da Pferde viel empfindlichere Haut haben als wir, sollte man möglichst Babysonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.

Sonnenbrand behandeln

Ist der Sonnenbrand erst mal da, dann gelten dieselben Regeln wie bei uns: Raus aus der Sonne in den Schatten und kühlen. Ob man einen feuchten Waschlappen auf die Nüstern hält (der gerne „angefressen“ wird ;-), vorsichtig mit dem Schlauch Wasser über die Stellen laufen lässt oder ein in Küchenhandtuch gewickeltes Coolpack aus dem Tiefkühler (bitte nicht direkt auf die Haut, das kann dann Erfrierungen geben! Immer mindestens eine Schicht Stoff dazwischen, z.B. ein Handtuch) verwendet, hängt immer davon ab, was man im Stall zur Verfügung hat und was das Pferd auch mit sich machen lässt. Angenehm kühlend wirkt auch das alte Hausmittel: Buttermilch. Diese auf die betroffenen Stellen auftragen. Sie kühlt und sorgt nebenbei dafür, dass der Haut-pH relativ schnell wieder hergestellt wird, was die Regeneration beschleunigt.

© Mark / Adobe Stock

Bei Pferden wird die verbrannte Haut dann oft krustig, was juckt und unangenehm ist für die betroffenen Pferde. Hier hat sich eine normale, fetthaltige Salbe (ohne Vaseline oder Paraffine, diese trocknen die Haut aus) bewährt. Da muss es nicht teure die After-Sun-Lotion für empfindliche Haut sein ;-), es reicht zum Beispiel ganz normale Penaten-Creme. Ein bisschen erwärmen, damit man sie etwas flüssiger wird und man sie gut auftragen kann. Sie wirkt Entzündungen entgegen und unterstützt die Wundheilung und ist nicht nur für empfindliche Babypopos, sondern auch Pferdenasen gut geeignet – auch wenn es meist zu wildem Flehmen führt!

Also besser vorbeugen: nicht vormittags auf die Koppel stellen, sondern nur früh morgens vor Sonnenaufgang oder abends/nachts auf die Weide.

Wenn Koppelgang im Sonnenlicht, dann mit Gesichtsmaske, die alle empfindlichen Teile abdeckt und wenn doch was rausguckt (oder die Pferdekollegen die Masken abmontieren): Babysonnencreme drauf. Sollte es mal zum Sonnenbrand kommen: sofort kühlen, möglichst über Nacht Buttermilch draufschmieren und wenn die Krusten kommen mit Fettcreme einpinseln. So bekommt man auch die „Bleichgesichter“ durch den Sommer.

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