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Hat mein Pferd eine Kolik?

© Nadine Haase / Adobe Stock

Kolik ist aus gutem Grund noch immer ein Schreckgespenst im Stall, denn sie kann harmlos daherkommen und tödlich enden.

Es gibt zwar verschiedene Arten von Kolik, von Verstopfungskolik bis hin zur Verschlingkolik, wo Teile des Darms nicht mehr dort liegen, wo sie hingehören, aber man kann anhand der Symptome nicht sagen, wie schwer das Problem ist.

Ein Pferd mit milden Anzeichen kann am Ende des Tages mit mehreren Metern abgestorbenem Darm auf dem OP Tisch landen, ein anderes Pferd dreht völlig durch und nachdem ein großer Pups abgegangen ist, ist der ganze Spuk vorbei. 

Die Heftigkeit der Symptome sind eher Ausdruck des individuellen Charakters als dass man genau sagen könnte, ob es ein harmloses, vorübergehendes „Bauchgrimmen“ ist oder das Pferd dringend in den OP gehört. Deshalb sollte man schon bei geringsten Anzeichen sofort den Tierarzt informieren, denn je schneller der Grund diagnostiziert ist, desto besser sind die Überlebenschancen für das Pferd. 

Anzeichen, die auf Kolik hinweisen können:

Jegliche Veränderung vom normalen Verhalten meines Pferdes, die ansonsten nicht erklärbar ist

  • frisst seine Futterschüssel nicht leer
  • flehmt auffällig oft
  • streckt sich auffallend oft, sodass der Bauch gedehnt wird
  • schlägt mit dem (Hinter)Bein an den Bauch
  • scharrt auffallend mit den Vorderhufen
  • dreht sich häufig zur Flanke um
  • knirscht mit den Zähnen
  • zeigt deutliches Schmerzgesicht, das man sonst nicht sieht (eine gute Beschreibung, wie man das Schmerzgesicht erkennt, findest du hier: https://www.equidemia.com/2020/01/10/subtile-schmerzanzeiche-beim-pferd/)
  • liegt zu ungewöhnlichen Zeiten
  • schwankt, ist unsicher auf den Beinen
  • setzt deutlich weniger Kot ab als sonst
  • mag über auffallend lange Zeit kein Heu fressen
  • hat einen aufgeblähten Bauch
  • pupst auffallend viel
  • macht rülpsende Geräusche
  • ist auffallend depressiv oder auffallend unruhig
  • legt sich häufig hin und steht gleich wieder auf
  • will sich ständig wälzen
  • liegt in der Box so an die Wand gelehnt, dass es auf dem Rücken zu liegen kommt

Natürlich muss man nicht jedes Schlagen des Hinterbeins nach einer Fliege am Bauch sofort als Kolik interpretieren. Aber als Pferdebesitzer kennt man seinen Liebling am besten. Was beim einen Pferd normal ist, kann beim anderen schon ein erstes Kolik-Signal sein.

Die Anzeichen für eine Kolik können sehr unterschiedlich sein. Im Zweifelsfall gilt: lieber einmal zu oft den Tierarzt rufen, als zu wenig.
© Nadine Haase / Adobe Stock

Jegliche deutliche Abweichung vom normalen Verhalten, die nicht anders erklärbar ist, sollte aufmerken lassen. Natürlich verändert ein Pferd auch sein Verhalten, wenn beispielsweise ein neues Pferd in die Herde integriert worden ist und kann dann unruhiger sein als sonst oder mit den Zähnen knirschen, wenn der Femdling sich nähert.

Auch ist es normal, dass ein Pferd flehmt, wenn es an einem fremden Äppelhaufen geschnuppert hat. Es ist ein feiner Grad zwischen normalem Verhalten und Kolikanzeichen, die man am besten erkennt, wenn man sein Pferd immer aufmerksam beobachtet. Und am Ende gilt immer: lieber einmal zu oft den Tierarzt alarmiert, als eine Kolik verharmlost, die dann tödlich endet.

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