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Strahlfäule im Sommer

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Strahlfäule – doch kein reines „Winterproblem“?

Fäulnisprozesse im Hufbereich sind etwas, das viele Pferdehalter vom Winter kennen: Die Pferde stehen dann oft auf unbefestigten Ausläufen in eine Mischung aus Matsch und Fäkalien, was die Hufsubstanz angreift und Fäulniserregern Vorschub leistet. Im Sommer, auf trockenen Koppeln, denkt man an diese Problem eher weniger. Trotzdem gibt es viele Pferde, die auch im Sommer unter Strahlfäule leiden. Ungünstige Hufformen wie tiefe Strahlfurchen begünstigen noch das Entstehen von Fäulnisprozessen.

Ursachen für Strahlfäule von außen

Dabei ist Strahlfäule immer auch ein Problem, das „von innen“ kommt. Gerade der Strahl besteht aus weichem Horn, das durchsetzt ist von Immunzellen, die dafür sorgen, dass Fremdkeime sich nicht ansiedeln können. Verschiedene Vorgänge können aber dafür sorgen, dass diese natürliche Immunabwehr nicht mehr so arbeitet, wie sie das sollte. Dazu gehört vor allem eine schlechte Durchblutung im Hufbereich.

Ursache hier kann zum einen eine falsche Hufzurichtung sein, aber auch ein einengender Beschlag oder noch viel wichtiger: Bewegungsmangel.

Sind die Weiden eher kleine Wiesenstücken, die nicht viel größer als ein Winterpaddock sind, dann ist das Bewegungspensum durchaus auch im Sommer sehr überschaubar. Kommen dann zwei oder drei Probleme zusammen, kann es durchaus sein, dass die Durchblutung im Huf so mangelhaft ist, dass kaum Immunzellen in diesen Bereich gelangen.

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Ursachen für Strahlfäule von innen

Viel häufiger ist die Ursache aber noch weiter oben zu suchen, nämlich im Stoffwechsel. Die Entgiftungssysteme des Pferdes sind einer ganzen Reihe von äußeren und inneren Belastungen ausgesetzt. Zu den inneren Belastungen gehören neben Stress vor allem die Abfallstoffe, die im normalen Körperhaushalt anfallen, ebenso wie die erhöhten Belastungen, wie sie z.B. im Fellwechsel entstehen. Äußere Belastungen umfassen neben notwendigen Medikamentengaben (Fliegenspray, Fellpflegemittel, Wurmkur, Sedierung, Impfung) auch Fehlgärungsprodukte aus einem nicht korrekt arbeitenden Dickdarmmilieu sowie aufgenommene Pflanzengifte oder Spritzmittel aus der Landwirtschaft oder chemische und mikrobiologische Belastungen, wenn die Pferde aus Pfützen, schlecht gereinigten Wasserwagen oder Wannen saufen oder die Brunnen nicht tief genug gebohrt wurden und landwirtschaftliche Belastungen ins Tränkenwasser geraten.

Kommen dann noch hohe Zucker-, Fruktan-, Eiweiß- oder Endophytenwerte im Weidegras dazu, kommt der Stoffwechsel schnell an den Rand seiner Kapazitäten.

Dieser „innere Stress“, der daraus entsteht, sorgt für eine Schwächung des Immunsystems. Diese Schwächung zeigt sich dann bei vielen Pferden in den Hufen, vor allem durch Strahlfäule, aber auch bei wiederholten Abszessen sollte man durchaus an das Immunsystem und eine mangelnde Entgiftung denken.

Behandlung von Strahlfäule

Um gegen solche Fäulnisprozesse vorzugehen, muss man natürlich lokal arbeiten. Hier gibt es verschiedenste Mittel, die traditionell eingesetzt werden, von Jodoformäther bis Zinksalbe. Bei hartnäckigen Infekten, die nicht auf die üblichen Behandlungen ansprechen, kann es sich durchaus um Pilzinfektionen handeln, diese kann man mit einer handelsüblichen Fußpilzsalbe aus der Apotheke sehr gut zurück drängen. Sprechen Sie am Besten mit Ihrem Hufbearbeiter über die lokalen Behandlungsmöglichkeiten, er kennt die Hufe Ihres Pferdes am besten und kann Ihnen etwas passendes empfehlen.

Unterstützung des Stoffwechsels

Eine Entlastung des Stoffwechsels erreicht man am schnellsten, wenn man die Nierenfunktion anregt, sodass mehr Abfallstoffe über den Harn ausgeschieden werden. Das kann man über Nieren-anregende Kräuter erreichen (z.B. OKAPI Entschlackungskräuter oder OKAPI Fellwechselkräuter), aber auch die Homöopathie bietet hier einige hervorragende Mittel, so werden klassischerweise Solidago oder Berberis eingesetzt, aber auch Komplexmittel wie das Solidago comp. (Heel) erreicht teilweise fantastische Wirkung. Sprechen Sie mit Ihrem Tierheilpraktiker darüber, welche Homöopathika für Ihr Pferd in Betracht kommen.

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Mineralhaushalt auffüllen

Um die Regeneration des Hufhorns zu beschleunigen, sollte neben einem ordentlichen Mineralfutter (z.B. Mineral Pur von OKAPI, ohne synthetische Vitamine) auch ausreichend Zink und Schwefel zur Verfügung stehen. Das kann man durch die Gabe von Zinkchelat und MSM (z.B. OKAPI Zinkchelat Plus und Schwefel Plus) erreichen, die im wöchentlichen Wechsel gegeben werden können. Damit der Mineralhaushalt sich normalisiert, hat es sich außerdem bewährt, die Mineralgabe mit der Verabreichung von Schüsslersalzen zu kombinieren. Hier bieten sich für die Huffestigkeit vor allem Zincum chloratum, Silicea und Kalium sulfuricum an.

Weitere Unterstützung von außen

Darüber hinaus kann die Versorgungslage im Hufbereich bei Strahlfäule und auch bei schlechtem Hufhorn / Hornwachstum deutlich verbessert werden, wenn man APM Creme (Apotheke) einmal täglich eine etwas Kirsch-große Menge rund um den Kronrand aller vier Hufe einmassiert. Diese Salbe regt die Meridianfunktion an und da alle Meridiane an den Kronränden beginnen oder enden (sog. Ting-Punkte), kann das ganze Meridian-System stimuliert werden, was dem Gesamtstoffwechsel ebenso zugute kommt wie dem Hufapparat.

Kombiniert man lokale (Keimreduktion, Hufbearbeitung, Beschlag) und systemische Therapie (Entgiftung, Ernährung, Bewegung), kann man Strahlfäuleprozesse langfristig so weit ausheilen, sodass sie weder im Sommer noch im Winter so ausarten, dass das Pferd dadurch Probleme bekommt. Man muss den Stoffwechsel nur wieder in die Lage versetzen, sich selber zu helfen, dann kümmert sich das Immunsystem auch um auftretende Fäulniskeime im Hufbereich ganz von allein.

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