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10 gute Vorsätze zum Jahresanfang

Braunes Pferd mit Blesse auf der Frühlingswiese
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  • um Ordnung in das tägliche Pferdechaos zu bringen

Obwohl wir alle viel Zeit mit unserem liebsten Hobby verbringen, gibt es immer wieder Dinge, die man doch allzu gerne vor sich herschiebt. Zeit, sich ein paar Vorsätze für das neue Jahr zu machen und möglichst gleich am Wochenende nach Silvester anzupacken:

1. Kalendereinträge für das Jahr aktualisieren

Jetzt ist es Zeit, mal wieder alle Termine für das kommende Jahr zu checken. Wann war eigentlich die letzte Tetanus-Impfung – sowohl bei meinem Pferd als auch bei mir? Influenza ist für Turnierreiter Pflicht und sollte auch rechtzeitig erneuert werden.

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Außerdem mal checken, wann die letzte Kotprobe auf Würmer untersucht wurde und am besten schon mal die Termine für Frühling und Herbst notieren, damit das nicht wieder untergeht. Auch der jährliche Zahnarzt Termin für das Pferd kann gleich eingetragen werden. Das Wanderreitwochenende ebenso schon mal blocken wie andere Veranstaltungen, ob Turnier oder Pferdemesse. Rechtzeitig geplant vermeidet das Stress wegen verpasster Meldefristen oder Reisebuchungen.

2. Mitgliedschaften und Versicherungen erneuern oder kündigen

Viele Vereine buchen automatisch ab, aber hier und da gilt es doch, rechtzeitig zu verlängern oder auch zu kündigen. Auch wenn der Termin für die Kündigungsfrist noch in weiter Ferne liegt: Jetzt schon abschicken, damit man die Frist am Ende nicht verpasst. Eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung sollte für jeden Pferdehalter selbstverständlich sein und auch eine Unfallversicherung ist keine schlechte Investition, betreiben wir doch trotz verbesserte Helme und Sicherheitswesten einen nach wie vor gefährlichen Sport.

3. Stallapotheke checken

Auch wenn man immer hofft, sie nicht zu brauchen: Eine Stallapotheke sollte jeder haben mit der notwendigen Erste Hilfe Ausrüstung. Nicht nur Medikamente, sondern auch Verbandsmaterial hat Mindesthaltbarkeitsdaten und sollte gegebenenfalls ausgetauscht werden. In die Stallapotheke gehört ordentliches Verbandsmaterial und sterile Auflagen zur Wundversorgung ebenso wie ein paar saubere Bandagierunterlagen, Bandagen und Gewebe-Klebeband, um notfalls einen (Huf-) Verband anlegen zu können.

Hilfreich sind außerdem Traumeel Tabletten oder Arnika Globuli, die bei Verletzungen und nach Unfällen sofort gegeben werden können. Traumeel Salbe ist auch immer praktisch, um Hämatome nach Tritten (bei Pferd oder Mensch) schnell lindern zu können. Desinfektionsspray sollte selbstverständlich auch nicht fehlen, ebenso wie Pflaster für den Besitzer. Ein Verbandskasten, wie man ihn für das Auto bekommt, enthält alle notwendigen Utensilien, um auch den Reiter schnell versorgen zu können im Notfall.

Bitte auch hier auf Haltbarkeitsdaten achten. Und bitte auch eine Schere dazu legen, denn gerade die findet man im Zweifelsfall grad nicht in der vollen Putzbox und die aus dem Verbandskasten taugen erfahrungsgemäß nicht viel.

4. Auto aufräumen

Immer wenn ich mal mit einem Pferdebesitzer im Auto mitfahre, entschuldigt er sich wortreich für den chaotischen Zustand, der sonst gar nicht so wäre (dabei sehen alle Autos von Pferdeleuten so aus…). Prima, dann ist es jetzt an der Zeit, das Auto mal auszumisten. Die Wintertage, die zu kurz zum Reiten sind, einfach nutzen, um alles mal rauszuräumen und gründlich auszusaugen.

Vor dem Einräumen sollte man sich bei jedem Teil fragen, ob man es wirklich dauernd herumchauffieren muss, oder ob es im Stall oder zu Hause im Keller nicht besser aufgehoben wäre (vielleicht nach einem kurzen Umweg über die Waschmaschine?). Eine separate Schmutzmatte für die Stallstiefel hilft, im Kofferraum Ordnung zu halten.

Alte Bettbezüge eignen sich hervorragend, um dreckige Pferdedecken und -schabracken zu transportieren, ohne dass die Haare im ganzen Auto herumfliegen.

5. Ledersachen pflegen

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Nasskaltes Winterwetter macht vor allem den Ledersachen zu schaffen. Häufig setzen gerade die nicht täglich benutzten Trensen und Sättel jetzt Schimmel an in der Sattelkammer. Außerdem klebt an vielen Lederwaren noch der Schweiß und Dreck der letzten Saison. Warmes Wasser, Lederseife und ordentliches Lederfett oder –öl schaffen hier Abhilfe.

Unbenutzte Ledersachen vielleicht doch besser zu Hause lagern und nicht in der schlecht geheizten, feuchten Sattelkammer. Außerdem eine gute Gelegenheit, den Termin für den Sattler zur jährlichen Kontrolle der Sattelpassform gleich in den Kalender zu schreiben (siehe 1.).

6. Zubehör aussortieren

Es ist ganz unglaublich, was sich so im Lauf eines Pferdemädchenlebens ansammelt. Da ist noch das Halfter vom ersten geliebten Pflegepony bis hin zu dem gerissenen Steigbügelriemen von vor zwei Jahren, den man ja „für irgendwas noch verwenden könnte“. Jetzt ist die beste Zeit, sich mal durch den Sattelschrank und die diversen Stapel zu Hause zu arbeiten. Dafür am besten drei Kisten bereitstellen: Eine Kiste für die Dinge, die man wirklich braucht und auch ständig benutzt.

Eine weitere für Dinge, die kaputt oder schon seit Jahren gammelig sind und jetzt dann doch mal entsorgt werden können und eine dritte Kiste für Dinge, die man auf dem nächsten Pferdeflohmarkt oder bei Ebay verkaufen oder vielleicht einem Gnadenhof schenken kann. Denn braucht das Pferd wirklich 10 Halfter, 15 Abschwitzdecken und 30 Schabracken? Wenn man mal ehrlich zu sich selber ist, benutzt man doch immer wieder dieselben Lieblingssachen und die schicken Teile, die einem im Katalog oder auf der Messe noch so gut gefallen haben, liegen noch immer originalverpackt herum…

Ein Gnadenhof-Pony freut sich bestimmt da drüber. Außerdem kann man mit den Stallkollegen und den Nachbarställen ja mal überlegen, einen Pferdeflohmarkt im Frühling zu veranstalten. Termin natürlich gleich eintragen (siehe 1.).

7. Decken und Schabracken waschen und sortieren

Mal ganz ehrlich: passen alle eingelagerten Decken auch dem derzeitigen Pferd? Oder gibt es nicht doch den einen oder anderen Fehlkauf oder die diversen Decken vom letzten Pferd, die ja vielleicht irgendwann noch einmal einem zukünftigen Pferd passen könnten? Diese Decken aufzuheben ist ungefähr so, wie die Kleider seiner Jugend aufzuheben, weil man vielleicht irgendwann mal wieder reinpasst. Das mag ja sein, aber spätestens dann sind sie so aus der Mode, dass man doch lieber was Neues kauft.

Genau so ist es mit Pferdedecken. Es gibt viele Gnadenbrothöfe, die sich freuen, wenn sie für ihre „Oldies“ solche ausrangierten Decken der verschiedensten Größen bekommen, auch wenn sie vielleicht schon ein paarmal geflickt sind. Die Decken, in denen schon Motten oder Mäuse genistet haben, gehören entsorgt und die restlichen ordentlich gewaschen und möglichst mit Mottenmittel (z.B. Lavendelbeutel) zwischen den Decken gelagert.

Auch hier mal kritisch fragen, welche der vielen Decken man wirklich verwendet und welche schon seit Jahren ungenutzt rumliegen. Denn meist benutzt man ja doch immer dieselbe Abschwitzdecke… Auch durch die Schabracken und Satteldecken mal kritisch durchsortieren, welche überhaupt noch zum heutigen Sattel passen und nicht schon an diversen Stellen durchgescheuert sind.

8. Putzzeug reinigen und sortieren

Wenn man in Putzkisten schaut, dann entdeckt man ganz eigene Universen mit erstaunlichen Bewohnern und Ökosystemen. Und wofür war nochmal diese seltsam geformte Bürste und warum habe ich die gekauft??? Was braucht man für die tägliche Reinigung seines Pferdes? Striegel und Kardätsche, eine weiche Bürste für das Gesicht und eine gröbere für die Beine.

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Eine Bürste für Mähne und Schweif, einen Hufkratzer und vielleicht noch eine Hufbürste. Eigentlich gar nicht so viel, oder? Plastik- und Gummi-Putzzeug in einen alten Kopfkissenbezug stecken und ab in die Waschmaschine – danach sieht das schon viel besser aus. Aber bitte nicht die teure Ziegenhaarkardätsche mit Holzrücken!

Solche Bürsten vorsichtig reinigen, höchstens mit kaltem Wasser und Wollwaschmittel per Handwäsche. Die Putzkiste auch mal sauber auswischen und neu einsortieren und schon ist jede Menge Platz für Neuanschaffungen bei der nächsten Pferdemesse.

9. Fotos aufräumen

Die meisten Pferdebesitzer haben mehr Fotos von ihrem Vierbeiner auf dem Handy als von ihren Kindern und dem Lebensgefährten zusammen. Oder geht das nur mir so? Tolle Schnappschüsse neben wichtigen Aufnahmen von medizinischen Problemen, Videos von besonders gelungenen Übungen und das Bild, wo er so nett guckt… und alles dank großer Speicherkarten mittlerweile im Bilderdschungel des Handys versunken.

Eine gute Gelegenheit, mal wieder alle Bilder und Videos auf den Computer zu übertragen, zu sortieren und die schönsten Fotos auszudrucken und gerahmt an die Wand zu hängen. So haben auch die Familienmitglieder und Kollegen was von unserer liebsten Freizeitbeschäftigung.

10. Sattelkammer ausmisten

Nicht nur Putzkisten, auch Sattelkammern sind eigene Biotope, in denen ganz erstaunliche Dinge gedeihen – sehr zum Leidwesen vieler Stallbetreiber. Den Schwung vom Jahresanfang sollte man gleich nutzen, zusammen mit der ganzen Stallgemeinschaft mal die Sattelkammer gründlich auszumisten.

Da kommen Sättel und Trensen zu Tage, die schon seit Jahren dort hängen und niemandem mehr gehören – vermutlich bei einem Stallumzug von jemandem vergessen. Ab auf den Pferdeflohmarkt damit oder für einen guten Zweck gespendet. Die Sattelständer können auch mal neu vergeben werden, optimal nach der Größe der Pferdebesitzer sortiert. Denn es ist wirklich ärgerlich für kleine Leute, wenn sie ausgerechnet den Sattelhalter in der obersten Reihe bekommen habe, weil der als einziger noch frei war. Vielleicht tauscht ein ja „Großer“ bei der Gelegenheit seinen Platz in der unteren Reihe?

Herumstehende Sattelböcke, Müslitonnen, Putzkisten, Eimer und, und, und sind das ganze Jahr über ärgerliche Dreckfänger. Wenn jeder schaut, was er wirklich braucht und überflüssiges aus seinem Stallschrank mit nach Hause nimmt, kann man auf einmal viel mehr in den Schränken verstauen und es sieht gleich wieder ordentlich aus. Damit fühlt sich am Ende jeder wohler.

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