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Chronischer Husten, Heustauballergie, Dämpfigkeit

Und was man dagegen tun kann.

Was ist chronischer Husten und wie entsteht er?

Die Chronifizierung von Atemwegserkrankungen ist leider auf dem Vormarsch. Die Gründe sind vielfältig und daher sind oft unterschiedliche Behandlungsansätze für das offensichtlich selbe Symptom notwendig. 

Von den Nüstern bis zu den Lungenbläschen

Die Atemwege des Pferdes beginnen nicht erst in der Lunge, sondern schon mit den Nüstern. Hier strömt die Luft ein und wird zunächst angewärmt, angefeuchtet und von Staub gefiltert. Dafür ist ein schwammförmiger Knochen, das Siebbein, zuständig, das in Höhe der Augen in die Nasengänge hinein ragt. Die Luft strömt dabei auch durch verschiedene Nasennebenhöhlen, vor allem die Stirn- und Kieferhöhlen. Auf diesem Weg werden Krankheitserreger aus der Atemluft gefiltert, die an den Schleimhäuten kleben bleiben. Das ist von der Evolution gut eingerichtet, denn von hier aus kann Schleim und Eiter leichter abfließen als aus der Lunge. Am Kehlkopf strömt die Atemluft vorbei durch die Luftröhre und die Bronchien in die Lungen und bis in die kleinen Lungenbläschen, wo der Sauerstoffaustausch stattfindet. Viele Krankheitsvorgänge, die als Symptom Husten zeigen, laufen in den oberen Atemwegen (Nasennebenhöhlen, Siebbein und Kehlkopf) ab. Festsitzende Erreger oder ein schwaches Immunsystem können zu dauerhaft entzündeten Atemwegschleimhäuten führen. Werden Stäube eingeatmet z. B. aus Heu, wird ein Hustenreiz ausgelöst, der wiederum zur Entzündung beiträgt.

Werden Boxen und Stallgasse gereinigt, sollte kein Pferd im Stall sein. Die Belastung der Luft mit Staub und Ammoniak ist für die empfindlichen Atemwege zu hoch. 

Ursachen für chronischen Husten

Viele Besitzer glauben, wenn ihr Pferd chronisch hustet, hat es ein Problem mit der Lunge. Die meisten Pferde haben aber die Probleme in den oberen Atemwegen, also Nasennebenhöhlen, Siebbein oder Kehlkopf, sitzen. Hier können sich Krankheitserreger festsetzen und – ähnlich wie beim Menschen – zu chronischen Infekten führen. Diese verursachen eine ständige Reizung und Entzündung der Atemwegsschleimhäute, was dazu führt, dass neue Krankheitserreger sich leicht in diesen angegriffenen Schleimhäuten festsetzen können.

Heustauballergie ist meist nicht die Ursache

Auch wenn der Tierarzt einen entzündeten und geröteten Kehlkopf festgestellt hat und man daher auf eine Heustauballergie schließt, muss das nicht so sein. Die wenigsten Pferde sind wirklich allergisch gegen Heustaub; meist ist Heustaub nur der Auslöser für einen Husten, dessen Ursache ganz woanders liegt.  

Chronisch entzündete Nasennebenhöhlen

Der entzündete Kehlkopf kann die Folge von chronisch entzündeten und/oder vereiterten Nasennebenhöhlen sein. Dabei muss kein Schleim aus der Nase fließen oder hochgehustet werden. Zunächst muss dieser chronische Infekt therapeutisch behandelt werden. In dem Fall kann Ihnen neben dem Tierarzt eventuell ein Craniosacraltherapeut oder ein Pferdekinesiologe weiterhelfen, denn leider wirken Antibiotika und Spülungen bei diesen Infekten oft nicht ausreichend.

Ungesunde Atemluft

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Atemluft. Das Pferd ist ursprünglich Steppenbewohner und seine Atemwege sind entsprechend empfindlich. Feuchte Luft, angereichert mit Staubpartikeln und Ammoniak, ist Gift für Pferdeatemwege! Daher muss bei geschlossener Stallhaltung immer auf eine erstklassige Belüftung und Staubreduktion geachtet werden. Und auch wenn man die Stallluft in Ordnung findet: Setzen Sie sich einmal in die noch nicht gemistete Box. Sie werden merken, wie schnell Ihre eigenen Atemwege auf Staub und Ammoniak reagieren. Schimmeliges Heu oder Stroh sowie das Auskehren der trockenen Stallgasse sorgen für zusätzliche Staubbelastung. Daher gilt: Wenn der Stall eingestreut oder gekehrt wird, gehören die Pferde nach draußen. 

Zu viele Proteine

Die Ammoniakbelastung kann man senken, indem man den Proteingehalt in der Fütterung reduziert; die meisten Pferde erhalten mit ihrem Kraftfutter viel zu viel Eiweiß, das der Körper gar nicht in Muskelmasse umbauen kann, sondern mühsam als Harnstoff über die Nieren ausscheiden muss. Im Boden freuen sich Mikroorganismen darüber, die aus dem Harnstoff Energie gewinnen und als Abfall Ammoniak produzieren. Sprüht man den Stall und vor allem die Boxenböden regelmäßig mit EM-A 1 aus, so werde diese Ammoniak-Produzenten langsam von den EM-A verdrängt und die Stallluft verbessert sich spürbar. Sie werden merken, dass der Kot Ihres Pferdes weniger sauer und nach Ammoniak riecht, wenn der Proteinanteil in der Fütterung gesenkt wird. 

Die Vorfahren Ihres Pferdes waren Steppenbewohner. Bieten Sie ihm möglichst trockene und saubere Atemluft! 

Linksseitige Herzinsuffizienz

Auch das Herz steht in Zusammenhang mit der Atmung: Hat das Pferd eine linksseitige Herzinsuffizienz – eine gerade bei älteren Pferden weit verbreitete Problematik – so gibt es einen Rückstau des Blutes in die Lunge und der Blutdruck an den Lungenbläschen steigt. Dadurch gerät Flüssigkeit aus der Blutbahn in die Lungenbläschen, was den so genannten „Herzhusten“ verursachen kann. Über die Kräftigung des Herzmuskels kann man betroffene Pferde therapeutisch unterstützen und den Husten reduzieren. 

Die Rolle des Dickdarms

 Weniger bekannt ist der Zusammenhang zwischen Dickdarm und Atemwegen. Die Traditionelle Chinesische Medizin lehrt, dass Lunge und Dickdarm zum selben Funktionskreis gehören: Störungen im Dickdarm führen zeitversetzt zu Störungen in den Atemwegen. Das spiegelt sich auch physiologisch, denn wenn der Dickdarm des Pferdes gestört ist, entzündet sich die Darmschleimhaut und die Leber wird überlastet. Das entzieht dem Stoffwechsel Schwefel, was dazu führt, dass der Körper nicht mehr ausreichend Cystein bilden kann. Dieses wird aber für die Schleimbildung in den Atemwegen benötigt. Ein Mangel führt also zu trockenen Schleimhäuten, in denen sich dann wieder Keime und teilweise eitriger Schleim festsetzen kann. Diese Pferde sprechen bei Husten meist auf die Gabe von ACC (Acetylcystein) vor allem über den Inhalator an. Fehlgärungen im Darm führen außerdem zu einem erhöhten Gehalt an flüchtigen Fettsäuren (Propion-, Butter- und Essigsäure), die vom Blutstrom aufgenommen und zu einem großen Teil abgeatmet werden. Dieser Zusammenhang zeigt, dass auch chronisch hustende Pferde keine Heulage bekommen sollten, weil diese langfristig den Darm derart stört, dass die Problematik in den Atemwegen eher noch verstärkt wird. Die Pferde husten dann zwar nicht, weil der Staubreiz fehlt, aber sie bekommen oft nach einigen Jahren eine schleichende Dämpfigkeit oder Asthma.

Was tun dagegen?

Als erstes muss die Atemluft verbessert werden, weshalb viele chronisch hustende Pferde in Offenställe oder Außenboxen umziehen. Kleine Veränderungen in der Stallroutine wie: aussprühen mit EM-A, Heu nicht mehr aufschütteln, nasses oder gedämpftes Heu füttern, Stallgasse mit der Gießkanne anfeuchten vor dem Kehren und Aussperren der Pferde während des Mistens und Einstreuens, sind in fast jedem Stall möglich und verbessern deutlich die Stallluft. 

Kein Stroh

Auch sollten chronisch hustende oder anfällige Pferde nicht auf Stroh gehalten werden, weil dies häufig schimmelbelastet ist. Staubfreie Späne sind eine gute Alternative. 

Fütterung optimieren

Nach Optimierung der äußeren Umstände muss unbedingt die Fütterung verbessert und der Darm saniert werden, um auszuschließen, dass die Probleme der Atemwege durch versteckte Probleme im Verdauungstrakt unterhalten werden. Die Futterumstellung bitte langsam über zwei Wochen vornehmen und anschließend eine Darmsanierung durchführen. Mehr dazu finden Sie im Infoblatt „Darmsanierung“.

Test auf Kryptopyrrolurie

Im zweiten Schritt sollten Sie Ihr Pferd auf Kryptopyrrolurie (KPU) testen lassen. Diese Stoffwechselstörung liegt nicht selten unter dem sichtbaren Krankheitssymptom „chronischer Husten“. Mehr Info dazu finden Sie auch in unserem Infoblatt zur KPU. Sind die KPU-Werte positiv, kontaktieren Sie uns bitte, denn dann muss diese Störung behandelt werden, bevor die Therapien wirksam greifen können.   

Regeneration der Schleimhäute fördern

Unterstützen Sie anschließend die Atemwege Ihres Pferdes in einer dreiwöchigen Kur mit OKAPI Süßholzextrakt. Das wirkt entzündungshemmend auf die Schleimhäute und regt zusätzlich die Neubildung der Schleimhaut an. Geben Sie gleichzeitig über 6 Wochen OKAPI Sekretosan, eine Kräutermischung, die speziell für die Atemwege chronisch hustender Pferde entwickelt wurde, um Entzündungen nachhaltig zu beruhigen. OKAPI Hustenkräuter sind für akut hustende Pferde zusammengestellt und daher eher für Erkältungshusten geeignet, der durchaus im Winter bei chronisch hustenden Pferden als Zusatzkomplikation auftreten kann. Sie können in solchen Fällen OKAPI Sekretosan und OKAPI Hustenkräuter im wöchentlichen Wechsel über längere Zeit geben. Inhalation mit 7%-iger Kochsalzlösung fördert das Abfließen von eventuell vorhandenen Verschleimungen.

Immunsystem unterstützen

Geben Sie in jedem Fall OKAPI Imuno Kräuter über 6 Wochen, um das Immunsystem während der Therapie zu unterstützen. OKAPI Zinkchelat über 2 – 3 Monate unterstützt ebenfalls Immunsystem und Schleimhautregeneration, und chronische Entzündungen können nachhaltig abheilen.   

Herzmuskel stärken

Bei einigen Pferden ist ein schwaches Herz Ursache für chronischen Husten. Umgekehrt führen aber auch der chronische Husten und vor allem Dämpfigkeit zu einer Überbelastung des Herzens. Betroffene und auch ältere, hustende Pferde profitieren von OKAPI L-Carnitin zur Stärkung des Herzmuskels. Geben Sie OKAPI L-Carnitin kurweise über 4 – 6 Wochen mit Pausen von 3 – 4 Wochen dazwischen.   

Mineralversorgung optimieren

Achten Sie bei allen chronisch hustenden Pferden auf eine optimale Mineralversorgung. Hier können Sie je nach Ihrer Bodenqualität eines unserer Mineralfutter geben, abwechselnd mit OKAPI Seealgen, die sich positiv auf die Schleimhautregeneration auswirken.  

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