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Störungen des Dickdarm-Mikrobioms können Frühlings-Hufrehe verursachen

Warum sind Pektine in der Pferdefütterung so ein Problem?

Viele Mikroorganismen, die Pektin abbauen, produzieren dabei erheblich Säuren, denn sie fühlen sich am wohlsten bei pH-Werten um 5 herum. Die Cellulose-abbauende Fraktion hingegen schätzt pH-Werte um den Bereich von 7.

Durch die Fütterung von pektinhaltigem Gras vermehren sich die pektinabbauenden Mikroorganismen und senken dadurch den pH-Wert im Dickdarm ab, es wird sauer. Das führt zu einer weiteren Verdrängung der Cellulose-abbauenden Fraktion.

Hier muss die Balance gewährt bleiben, denn sinkt der pH-Wert zu schnell ab, dann droht Hufrehe durch Endotoxinvergiftung. Frühlingsrehe ist in den meisten Fällen verursacht entweder durch zu schnellen Anstieg des Pektingehalts und damit rapide pH Absenkung im Dickdarm, wie es bei zu schnellem Anweiden vorkommt oder durch die hohen Zuckergehalte im jungen Gras bei Pferden mit nicht erkannter Insulinresistenz.

Pferde, die im Frühjahr zu Hufrehe neigen, sollte man daher unbedingt rechtzeitig auf Insulinresistenz testen lassen („EMS-Profil“) und über den Winter pektinhaltige Futtermittel wie Äpfel, Möhren, Rübenschnitzel (auch entmelassiert) auf jeden Fall vermeiden.

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