AllgemeinHaltung & PflegeJahreszeitenSommer

Pferde füttern auf Wanderritten

Im Sommer lockt das schöne Wetter nach draußen und immer mehr Reiter begeistern sich dafür, mit ihrem Pferd die Welt zu entdecken. Die Infrastruktur für Wanderreiter verbessert sich von Jahr zu Jahr, dank ausgebauter Wanderreitstrecken und Übernachtungsstationen für Pferd und Reiter. Wie aber soll man sein Pferd auf einem solchen Ritt füttern? Kraftfutter ja oder nein? Und was ist mit den drei Heu-Mahlzeiten pro Tag, die es zu Hause gibt?

Pferde sind von Natur aus Dauerfresser, die eigentlich Tag und Nacht mit Futtersuche beschäftigt sind. Dabei gehen sie nicht wie Rasenmäher vor, sondern sind sehr wählerische Fresser.

Da wird hier ein bisschen geknabbert, dann läuft man ein paar Meter, um dort zweimal abzubeißen und dann wieder ein paar Meter weiter zu futtern. Sie sind also ständig in ruhiger Bewegung auf Futtersuche. Nun ist man beim Wanderreiten mehr in Bewegung und möchte ja nicht nur auf einem grasenden Pferd sitzen, aber im Wesentlichen kann man dieses natürliche Fress-Verhalten auf Wanderritten wunderbar simulieren. Das bedeutet nur, dass man sein Pferd daran gewöhnen sollte, gebisslos im Gelände geritten zu werden.

Dann kann man immer wieder zwischendurch kleine Pausen einlegen und das Pferd ein paar Minuten am Wegesrand fressen lassen. Kombiniert man diese Fress-Pausen mit einem Stimm-Kommando, dann lernen die meisten Pferde auch recht schnell, Reiten und Fressen mit Reiter auseinander zu halten. Auf diese Weise kann man schonmal die Raufutter- und Energieversorgung über den Tag sicher stellen. Spätestens am Mittag macht man dann ohnehin meist eine längere Pause.

Sie sollte optimal so bemessen sein, dass die Pferde Zeit zum Fressen und danach auch zum Dösen haben. Gerade bei sehr heißem Wetter lieber morgens früher starten und eine längere Pause in der Mittagshitze, optimal in einem Waldstück oder am Wasser (Abkühlung) einplanen.

Am Abend kommt man dann meist in eine Wanderreitstation, wo nach Bedarf ein Stück Weide oder eine Box / ein Auslauf mit Heu zur Verfügung steht. Es ist gut, wenn man ein Pferd hat, das nicht besonders futterheikel ist (Achtung, kann ein Hinweis auf Magengeschwüre sein), sodass es kein Akzeptanz-Problem mit unterschiedlichen Heuqualitäten gibt.

Das Heu sollte so bemessen sein, dass das Pferd locker die ganze Nacht daran knabbern kann. Diese Menge kann man zu Hause im Vorfeld austesten, indem man Heunetze stopft und abwiegt vor und nach dem Füttern. Das gibt eine ungefähre Idee, wie viele das Pferd mindestens über Nacht braucht.

Viele Pferdehalter sind der Meinung, dass ihr Pferd auf Wanderritten große Mengen Kraftfutter benötigt, um die tägliche Arbeitsleistung zu liefern. Das gilt vielleicht, wenn man mit seinem schwerfuttrigen Pferd eine Alpenüberquerung plant. Die meisten Wanderreitpferde neigen aber ohnehin dazu, eher leichtfuttrig zu sein. Dazu verbringt man ja den größten Teil des Tages in gemütlichem Tempo.

Schritt gehen ist für Pferde – auch mit Gewicht auf dem Rücken – keine Arbeit, sondern fällt vom Energieverbrauch her fast in den Erhaltungsbedarf.

Mit Fresspausen über den Tag verteilt und Heu satt über Nacht sind entsprechend die meisten Pferde mehr als ausreichend versorgt. Nimmt das Pferd ab, dann ist das auch nicht gleich ein Grund zur Panik. Ein Pferd darf etwas rippig aus dem „Urlaub“ kommen, meist sind die Pfunde zu Hause dann ohnehin schnell wieder drauf.

Um die Mineralversorgung sicher zu stellen, sollte man aber ein Mineralfutter von zu Hause auf den Ritt mitnehmen und abends regelmäßig anbieten. Hier eignet sich z.B. das Mineral Pur G von OKAPI, da es von den meisten Pferden nur nach Bedarf gefressen wird und man nicht mehr mitschleppen muss als nötig.

Alternativ kann man auch am Abend eine Handvoll OKAPI Mineralkekse geben, sie liefern hochwertiges Eiweiß und Fettsäuren stärkefreies Kraftfutter) zusammen mit den notwendigen Mineralstoffen. Ein Salzleckstein steht ohnehin in den meisten Ställen zur Verfügung bzw. kann man ihn sich vielleicht mal für die eine Nacht aus der Nachbarbox ausleihen.

Wenn dann noch ausreichend Wasser angeboten wird (im Stall über Nacht sowieso und zwischendurch der eine oder andere Halt an einem Bach oder See), dann sind die meisten Pferde auf dem Wanderritt ausreichend versorgt. Es ergibt nie den meisten Pferden keinen Sinn, größere Mengen Kraftfutter – egal welcher Art – mitzuschleppen, weil die meisten Pferde schon genügend Energie aus dem Raufutter aufnehmen und ihnen die vermehrte Bewegung eher gut tut, um ihre Figur zu halten.

Lediglich bei den schwerfuttrigen Kandidaten, die schon rippig auf den Ritt starten, sollte man sich im Vorfeld erkundigen, ob auf den geplanten Stationen Kraftfutter zur Verfügung steht, damit man nicht mehrere Kilogramm Getreide mitschleppen muss.

In den meisten Wanderreitstationen sollte das kein Problem sein und Heu bzw. Weide wird ohnehin immer angeboten.

Damit viel Spaß beim Sommerurlaub auf vier Hufen!

Leave a Response