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Sommerekzem – und was man dagegen tun kann

Woher kommt eigentlich Sommerekzem?

Über Sommerekzem wird viel geschrieben und jeder betroffene Pferdebesitzer glaubt die Antwort zu kennen: Man könne nichts machen, es sei nun mal eine Allergie gegen Insektenstiche. Neuerdings kann man sein Pferd sogar auf das „Sommerekzem-Gen“ testen lassen.

Was steckt wirklich dahinter?

War anfangs das Sommerekzem als „IsländerKrankheit“ verschrien, trifft es heute Pferde aller Rassen und allen Alters. Besonders häufig betroffen sind Robust- und Barockpferde; neben den Isis auch Haflinger, Freiberger, Spanier oder Friesen, aber auch Araber und Warmblüter bleiben nicht verschont.

Stimmt die Theorie mit der Allergie gegen Insektenstiche?

Ja, Pferde reagieren allergisch oder überempfindlich auf Insektenstiche. Das lässt sich sehr einfach dadurch nachweisen, dass der Juckreiz aufhört, sobald die Pferde eine Ekzemerdecke tragen und die Insekten nicht mehr an die Haut kommen. Die große Frage aber ist: Warum entwickelt das eine Pferd eine Allergie und das andere nicht?

Stoffwechsel und Ekzem

Schauen wir uns den Stoffwechsel des Pferdes etwas genauer an: Die Entsorgung von Abfallstoffen läuft beim Pferd – wie bei jedem anderen Säugetier – über verschiedene Ausscheidungsorgane:

Darm

Der Darm scheidet im Wesentlichen unverdaulichen Abfall aus, aber auch Abfälle, die von der Leber über die Galle entsorgt werden. Über die Atmung werden gasförmige Abfälle ausgeschieden, wie CO2.

Niere

Die Niere ist dafür zuständig, alle wasserlöslichen Stoffe auszuscheiden, die vom Entgiftungsorgan Leber dem Blutstrom mitgegeben werden. Die Niere hat aber nur eine begrenzte Entsorgungskapazität und nebenbei eine ganze Reihe weiterer, wichtiger Aufgaben, sie sorgt dafür, das SäureBase-Gleichgewicht, den Mineral- und Wasserhaushalt und auch den Blutdruck konstant zu halten.

Haut als Hilfsniere im Notfall

Ist die Niere überlastet, so ist der Körper in der Lage, notfallmäßig Abfallstoffe über die Haut zu entsorgen. In Untersuchungen wurde gezeigt, dass die Schweißdrüsen vergleichbar funktionieren wie die Nierenkanälchen und mit demselben Mechanismus Abfälle mit dem Schweiß nach außen transportiert werden.

Reaktion der Haut

Diese zum Teil sehr aggressiven Abfälle landen auf der Hautoberfläche, die darauf nicht ausgerichtet ist. Es kommt zu leichten Hautirritationen. Diese führen zu Entzündungsreaktionen des Immunsystems, das sich folglich in der Haut konzentriert, um durch die entzündete Haut eindringende Bakterien, Pilze und andere Schädlinge abzuwehren. Kommt der Speichel von Blut saugenden Insekten dazu, kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems und damit zum allergischen Verhalten. Durch das Kratzen entstehen kleine Verletzungen in der Haut, durch die weitere Keime eindringen und das Immunsystem stressen können. Außerdem wird die Haut natürlich auch weiterhin durch die Abfälle gereizt, die über die Haut ausgeschieden werden.

Notfall als Dauerzustand

Bei einigen Pferden ist der Stoffwechsel so überlastet, dass die Haut zum Hauptausscheidungsorgan wird. Diese Pferde kratzen sich am ganzen Körper und kommen auch im Winter nicht zur Ruhe. Dazu kommt in vielen Fällen ein chronisch entzündeter Darm, dessen Schleimhautzellen große Mengen Histamin ausschütten, die die Allergieanfälligkeit vor allem in der Haut steigern. Häufig ist bei den betroffenen Pferden das Säure-Base-Gleichgewicht im Bindegewebe gestört, die Leber durch die vielen zirkulierenden Abfallstoffe, die nicht ausgeschieden werden können, überlastet und der Körper nur noch mühsam in der Lage, die Stoffwechselprozesse aufrecht zu halten. An Leistungsbreitschaft ist nicht mehr zu denken. Was mit einem harmlosen Schweifscheuern beginnt, kann dramatisch enden.

Diagnose schwierig

Das Problem der dem Sommerekzem zugrunde liegenden Ursachen ist, dass diese im Blutbild nicht zu sehen sind. Werte, die eine Niereninsuffizienz, also eine zu schwache Leistung der Niere, anzeigen, werden erst auffällig, wenn 70 % der Niere bereits zerstört sind – also viel zu spät. Auch die Übersäuerung des Gewebes ist nicht zu sehen, da der BlutpH-Wert sehr streng konstant gehalten wird.

Erhöhte Allergiewerte sichtbar

Einzig die Werte, die einen allergischen Vorgang anzeigen, sind auffällig, da in der Haut die allergische Reaktion des über lasteten Immunsystems sichtbar wird. Die Allergie ist aber keine Ursache, sondern nur ein Symptom, eine Auswirkung des entgleisten Stoffwechsels. Viele Sommerekzemer entwickeln entsprechend zusätzliche Symptome oder Krankheiten wie chronischen Husten, Kotwasser, Koliken, schlechtes Hufwachstum, schlechten Fellwechsel bis hin zu Metabolischem Syndrom oder Cushing; sie sind oft müde und schlapp. Trotz Ekzemerdecke, Salben und Cremes und sogar Aufenthalten an der See oder auf der Alm im Sommer hilft nichts nachhaltig, sondern lindert nur vorüber gehend die Symptome. Pferdebesitzer sind oft genau so verzweifelt wie ihre Pferde.
Darm

Was tun dagegen?

Natürlich ist es zuerst am wichtigsten, den Stress des Pferdes durch eine Ekzemerdecke zu reduzieren. Diese ist oft nach Therapiebeginn ein bis zwei Sommer lang nötig. So lange kann es dauern, den Stoffwechsel zurück in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen.

Insektenschutz

Bei leichten Ekzemern genügt oftmals das Auftragen von Insektenschutz. Hier hat sich das sparsame Einsprühen mit Rinderfluid aus Tiroler Steinöl bewährt (www.steinoel.at), das eines der wenigen noch wirksamen Mittel gegen Blut saugende Insekten ist.

Haut beruhigen

Von außen sollte die Haut möglichst mit einer beruhigenden Salbe (z. B. Ringelblumensalbe) behandelt werden, um sie geschmeidig zu halten. Salben, die auf Vaseline- oder Paraffinölbasis hergestellt sind, legen einen Fettfilm über die Haut und ziehen nicht ein. Das wirkt zwar zunächst geschmeidig, die Haut verlernt dabei aber, sich selber zu fetten und trocknet dadurch immer mehr aus. Unterstützen Sie die Hautfettung am besten von innen mit OKAPI Wildsamen, die hochwertige, essentielle Fettsäuren enthalten, welche die Haut für ihre Eigenfettung benötigt.

Hautflora stabilisieren

Sprühen Sie außerdem mehrmals täglich Effektive Mikroorganismen (EM-A) auf die Haut. Das hilft der Hautflora, sich schneller zu erholen und noch vor dem Immunsystem schädliche Keime auf der Hautoberfläche zu bekämpfen. Sie können auch die Innenseite der Ekzemerdecke mit EM-A einsprühen.

Fütterung optimieren

Die meisten Ekzemer haben ein gestörtes (Dick-) Darmmilieu; daher sollte die Therapie immer mit einer Optimierung der Fütterung und Sanierung des Verdauungstrakts beginnen. Hier steht vor allem die Reduktion von Zucker und Säuren auf dem Programm. Kraftfutter sollte nach Möglichkeit für ein halbes Jahr komplett gestrichen und danach je nach Pferd auf gequetschte Gerste oder Hafer umgestellt werden. Heulage muss für immer vom Speiseplan verschwinden, auch im Winter. Wurde Heulage gefüttert, ist dringend eine Darmsanierung zusammen der Gabe von OKAPI Prodic angezeigt. Füttern Sie anstelle von Heulage reichlich stängeliges Heu. Ist das Heu zu reichhaltig, kann man es 30 Minuten lang in Wasser einweichen, um Zucker auszuschwemmen. Gießen Sie das Einweichwasser bitte vor dem Füttern ab!

Darmsanierung

Nach der Futterumstellung sollten Sie eine Darmsanierung durchführen. Mehr dazu finden Sie im Infoblatt „Darmsanierung“.

Test auf Kryptopyrrolurie (KPU)

Fast alle Sommerekzemer haben unter dem sichtbaren Symptom eine Entgiftungsstörung der Leber, daher sollten Sie Ihr Pferd auf Kryptopyrrolurie (KPU) testen lassen. Mehr Info dazu finden Sie auch in unserem Infoblatt zur KPU. Sind die Werte positiv, muss diese Störung zuerst behandelt werden, bevor mit anderen Therapien begonnen werden kann.

Niere und Leber unterstützen

Zusätzlich zur Unterstützung der Leber z. B. mit OKAPI HeparKPU forte oder OKAPI Leberpflege sollte die Ausscheidung der Nieren gefördert werden, z.B. mit OKAPI Entschlackungskräuter über 6 Wochen.

Entgiften und Immunsystem stärken

Gleichzeitig gibt man über 6 – 8 Wochen OKAPI Spirulina. Diese enthält einen Stoff, der Toxine abbindet, sodass sie leichter ausgeschieden werden können. Um das Immunsystem zu unterstützen, sollten OKAPI Imuno Kräuter als Kur gegeben werden – eine Woche geben, eine Woche Pause – über 8 – 12 Wochen. Mit OKAPI Zinkchelat Plus zusammen mit OAKPI Schwefel Plus unterstützen Sie außerdem die Entgiftung in der Leber, das Immunsystem und die Hautregeneration.

Langfristige Maßnahmen

Langfristig muss unbedingt die Fütterungsumstellung beibehalten werden, damit es nicht zu einem erneuten Ausbruch des Ekzems kommt. Heulage, Karotten, Brot oder große Mengen Kraftfutter sind Tabu. Achten Sie auf reichliche Heu-Gabe, im Sommer Weidezugang und dazu eine passende Mineralversorgung z.B. mit Seealgen abwechselnd mit OKAPI Mineralfutter. Seealgen enthalten viele wichtige Spuren- und Mikroelemente, die der Stoffwechsel des Pferdes benötigt. Gerade bei Robustpferden wie Isländern, Ponys, Haflingern und auch bei Kaltblütern und Barockpferden mit Sommerekzem wirkt sich OKAPI Seealgenmehl positiv auf die Haut aus, weil für diese Pferde unser Heu und Weidegras ein ungünstiges Verhältnis von Zucker und Protein zu Mineralstoffen hat. Als langfristige Alternative zum Kraftfutter empfehlen wir OKAPI Vierjahreszeitenfutter, ein reines Kräuterfutter, das jeweils die für die Jahreszeit passenden und unterstützenden Kräuter enthält und eine gesunde Kraftfutteralternative darstellt. Auch unleckere „Extras“ lassen sich darin gut ins Pferd bringen.

Hilfe beim Fellwechsel

Sommerekzemer profitieren davon, wenn man ihnen immer über den Fellwechsel eine Kur mit OKAPI Entschlackungskräutern, OKAPI Wildsamen und OKAPI Spirulina gibt, um in dieser nierenbelastenden Zeit den Stoffwechsel zu unterstützen.

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