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Silvester – das Angstthema in vielen Ställen

Während viele Menschen sich auf die Böllerei an Silvester freuen, steht vielen Pferdebesitzern regelmäßig der Angstschweiß auf der Stirn, wie ihr vierbeiniger Freund wohl diesen Tag übersteht und Tierärzte wie Pferdekliniken schieben in dieser Nacht Überstunden.

Dabei reagieren Pferde auf die Knallerei ganz unterschiedlich: die einen knabbern entspannt weiter an ihrem Heu, während die anderen schon am frühen Abend schwitzend und zitternd mit den Augen rollen. Bei solchen Pferden sollte man unterstützend eingreifen, denn die Angst vor den Knallgeräuschen kann von Koliksymptomen bis hin zu Panikattacken und einer möglicherweise tödlichen Schockniere führen.

Wer bereits weiß, dass sein Pferd zu Panik bei Knallerei neigt, sollte frühzeitig anfangen, beruhigende Futtermittel einzusetzen. Dazu gehört zum Beispiel das OKAPI Relax. Es enthält Tryptophan, das im Gehirn in Serotonin umgewandelt wird. Es hilft den Pferden, sich nicht so in die Angst hineinzusteigern. Am besten eine Woche vorher schon anfangen, die vom Hersteller angegebene Höchstdosis zu geben, um einen gewissen Pegel aufzubauen. Die meisten Pferde sind dann zwar noch nervös, aber immerhin nicht mehr panisch, was den Abend etwas entspannter macht.

Auch beruhigende Kräutermischungen kann man geben, die enthalten meist Kräuter wie Baldrian, Hopfen und Co, die leicht sedierend wirken. Hier empfehlen wir die OKAPI Beruhigungskräuter. Auch die Kräuter bitte schon etwa zwei Wochen vorher anfangen, zu füttern, damit die Pferde einen entsprechenden Wirkspiegel aufgebaut haben. Manch ein Reiter schwört auch auf Pferdehanf. Dieser enthält Cannabidiol, was nicht nur die Kiffer, sondern auch die Pferde ausgesprochen entspannt macht. Hier gilt ebenfalls: Etwa zwei Wochen vorher anfangen, zu füttern. Damit bauen die Pferde einen Wirkspiegel auf und sind außerdem schon an die Wirkung gewöhnt. Sediert man sie nämlich nur für den einen Abend, können sie erst recht in Panik geraten, weil sie als Fluchttiere ja in dem Zustand nicht wegrennen könnten. Deshalb alle beruhigenden Maßnahmen immer rechtzeitig geben und die Pferde gut daran gewöhnen, dann bleiben sie auch an Silvester entspannt.

Auch Bachblüten können helfen, die Angstsymptome zu lindern. Bewährt haben sich hier neben der „Notfallmischung“ Rescue auch die Bachblüten

  • Cerato („Selbstvertrauen“)
  • Cherry Plum („Offenheit und Ausgeglichenheit“)
  • Elm („Kraft in Momenten der Schwäche“)
  • Mimulus („Tapferkeit und Vertrauen“) und
  • Willow („Meister des eigenen Schicksals“)

sowie am nächsten Morgen

  • Crab Apple („innere Reinigung“)
  • Olive („Lebenskraft“) und
  • Star of Bethlehem („Heilung“)

um die Erlebnisse der Nacht besser verarbeiten zu können.

Bei Pferden, die an Offenstallhaltung gewöhnt sind, sollte man auf keinen Fall auf die Idee kommen, das Pferd in die Box zu sperren. Diese Pferde macht häufig schon das „Eingesperrt sein“ nervös.

Kommt dann noch Knallerei dazu, ohne dass das Pferd die „Gefahr“ sehen kann, zusammen mit dem Gefühl, nicht davon laufen zu können, kann das Ganze fatal enden. Solche Pferde sollten auf dem Auslauf oder noch besser der Koppel bleiben mit reichlich bemessenen Heurationen.

Das fressen bringt Ablenkung und Entspannung für die Pferde. Bei Bedarf können sie sich aber jederzeit frei bewegen und damit aus ihrem Stress wieder herauskommen. Studien haben gezeigt, dass Pferde durch freie Bewegung Stresshormone sehr schnell wieder abbauen, sodass es hier nicht so leicht zu einem Hineinsteigern in die Panik kommt.

Es sollte in solchen Fällen aber darauf geachtet werden, dass die Zäune gut intakt und unter Strom sind und man sollte die Pferde auch nicht unbeaufsichtigt lassen, falls doch einer auf die Idee kommt, über oder durch den Zaun zu gehen.

Aber erfahrungsgemäß sind Offenstallpferde auf Auslauf oder Koppel zusammen mit ordentlich Heu ohnehin entspannter und wenn man dann rechtzeitig mit Relax, Kräutern und/oder Bachblüten unterstützt hat, geht es in den meisten Fällen mit etwas Unruhe um Mitternacht, aber ohne größere Verletzungen oder Folgeschäden ab.

Boxenpferde sind es hingegen gewohnt, abends in ihre Box zu kommen und fühlen sich dort – auch durch die Routine – wesentlich sicherer als nachts auf dem Auslauf. Diese Routine sollte man nicht unterbrechen. Es kann hier helfen, schon am Nachmittag im Stall in Zimmerlautstärke Musik anzumachen, die für einen wechselnden Geräuschpegel sorgt.

Die Pferde werden dadurch ein wenig besser an ungewohnte Geräusche gewöhnt und bekommen einen Teil der Knallerei gar nicht so deutlich mit, wenn man die Musik über den Abend lauter dreht. Fenster und Türen sollten an diesem Abend dann nach Möglichkeit verschlossen bleiben, damit die Geräusche gedämpfter im Stall ankommen.

Viel Heu zum Knabbern schon ab dem Nachmittag sorgt darüber hinaus für Ablenkung und Entspannung. So überstehen auch die meisten Boxenpferde Silvester ohne größere Panikattacken.

Ganz wichtig ist auch an Silvester – wie in allen schwierigen Situationen – das eigene Verhalten gegenüber dem Pferd.

Natürlich ist es schwer, gelassen zu bleiben, wenn man sein Pferd schon mal in Panik wegen Silvesterknallerei erlebt hat. Aber die Nervosität des Besitzers überträgt sich via Spiegelneurone direkt auf das Pferd. Jetzt äußerlich ruhig, aber innerlich zum Zerreißen gespannt an oder in der Box zu stehen ist ebenso wenig hilfreich, wie nervös vor der Box auf und ab zu tigern oder alle fünf Minuten nach dem Liebling zu schauen. Andererseits sollte man sicherheitshalber im Stall sein, um im Notfall schnell eingreifen zu können.

Vielleicht besteht die Möglichkeit, mit Stallkollegen zusammen „Nachtwache“ zu halten und gegenseitig nach den Pferden zu schauen. Bei fremden Pferden ist man erfahrungsgemäß entspannter als beim eigenen Pferd. Und zur Not gibt es ja Rescue Tropfen auch für den Besitzer… In diesem Sinne: unser besten Wünsche für ein frohes und angstfreies neues Jahr!

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